Neulich war Brad Finkeldei sogar im algerischen Fernsehen. Live in der bekanntesten politischen Sendung des Landes, wie man ihm versichert hatte. Dort sprach der Bürgermeister von Lawrence, Kansas, etwa 20 Minuten lang darüber, wie die Fußball-WM sein Städtchen verändert hat. Um den Hals hatte er einen Algerienschal gelegt. Unter seinem Gesicht lief im TV eine Bauchbinde in Schriftzeichen, die er nicht lesen konnte. Am Ende wurde er gefragt, erzählt er, was er den algerischen Menschen noch sagen möchte, schließlich würde gerade eine Million von ihnen zuschauen. Eine herausfordernde Frage sei das gewesen. Er habe sich einfach bei den Algeriern bedankt.
Den Algerienschal um den Hals läuft Finkeldei nun die Hauptstraße von Lawrence, Kansas, hinunter. Er grüßt links und rechts, wie es sich für einen Bürgermeister gehört, aber redet leise, fast vorsichtig. Dass er derzeit ein Interview nach dem anderen gibt, erstaunt ihn selbst. Normalerweise interessiere sich kaum jemand für ihn. Doch die Geschichte seiner Stadt, sagt er, sei eine, die die Menschen hören wollen. »Gerade in der Welt, in der wir leben.«
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