Mehr als ein Drittel aller Abgeordneten hat neben der Diät noch Nebeneinkünfte. Das geht aus einer gemeinsamen Analyse des „Spiegels“ mit der Plattform Abgeordnetenwatch hervor. Die 232 Parlamentarier verdienten demnach seit Beginn der Legislaturperiode 10,6 Millionen Euro dazu. In der Unionsfraktion meldet im Schnitt sogar jeder Zweite Nebeneinkünfte an.Auf Platz 1 liegt die Abgeordnete Ophelia Nick von den Grünen. Nick meldete der Bundestagspräsidentin seit Beginn der Wahlperiode Einkünfte in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Laut abgeordnetenwatch.de stammt ein Großteil der Summe aus Gewinnausschüttungen. Nick hat Anteile an drei Unternehmen geerbt, von denen zwei am Technologiekonzern Voith beteiligt sind. Voith stellt Papiermaschinen und Wasserkraftturbinen her. Der Plattform zufolge erklärte Nick auf Anfrage, nicht für Voith tätig und nicht an operativen Entscheidungen des Unternehmens beteiligt zu sein.Platz 2 belegt der CSU-Politiker Alexander Engelhard. 1,5 Millionen Euro verdiente er im fraglichen Zeitraum dazu. Der studierte Wirtschaftsingenieur betreibt die Engelhardtmühle in Bayern, einen Familienbetrieb. Auf dem dritten Platz rangiert Sebastian Maack. Der AfD-Politiker gab Nebeneinkünfte in Höhe von 439.000 Euro an, das Geld stammt aus 72 Vermietungen. Gysi ist Topverdiener bei der Linken Mit 425.000 Euro liegt Fritz Güntzler von der CDU auf Platz 4. Seine Einkünfte erhielt er vor allem aus Gewinnbeteiligungen von zwei Steuerberatungskanzleien. Überdies bezog er Gehälter als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Den fünften Platz belegt ein weiterer AfDler, der Abgeordnete Enrico Komning. 345.000 Euro verdiente Komning durch seine Arbeit als Rechtsanwalt seit Beginn der Legislatur dazu.Topverdiener bei der Linken ist Gregor Gysi. Mit 250.038 Euro Nebeneinkünften landet Gysi auf Platz 7. Das Geld stammt aus Honoraren für Moderationen, Lesungen und Podcasts – dazu kommen Erlöse aus Büchern. Laut Abgeordnetenwatch fehlte Gysi bei 26 von 57 namentlichen Abstimmungen. Gregor Gysi (Die Linke) spricht während einer Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. © dpa/Fabian Sommer Bei der SPD gab Generalsekretär Tim Klüssendorf die höchsten Nebeneinkünfte an. Mit 104.834 Euro landet Klüssendorf auf Platz 14 – es ist sein Gehalt als Parteifunktionär. Die Plattform kritisiert potenzielle Interessenskonflikte Bundestagsabgeordnete dürfen neben ihrem Mandat bezahlte Nebentätigkeiten ausüben. Allerdings darf das Geld nicht als Gegenleistung für ein Abstimmungsverhalten entgegengenommen werden. Abgeordnetenwatch kritisiert in seiner Analyse potenzielle Interessenkonflikte bei mehreren Parlamentariern.So erhält der AfD-Abgeordnete Paul Schmidt monatlich 2700 Euro für seine Tätigkeit im stillgelegten Kernkraftwerk Phillippsburg. Gleichzeitig engagiert sich Schmidt für die Rückkehr der Atomkraft in Deutschland. Henri Schmidt von der CDU erhält als Geschäftsführer eines IT-Unternehmens mehr als 7100 Euro pro Monat.Daneben sitzt er im Digitalausschuss des Bundestags, wo über Gesetze für die Digitalwirtschaft beraten wird. „Sollte jemals ein Interessenkonflikt auftreten, würde ich dies melden und der Abstimmung fernbleiben“, sagte Schmidt Abgeordnetenwatch. Sein Unternehmen arbeite nicht für öffentliche Auftraggeber, sondern biete IT-Dienstleistungen für Steuerberater an. (Tsp)
Nebeneinkünfte von Abgeordneten: Das sind die Topverdiener im Bundestag
Sie betreiben Getreidemühlen, arbeiten als Rechtsanwalt oder erhalten Gewinnausschüttungen: Viele Parlamentarier verdienen sich neben ihrer Diät etwas dazu. Die Spitzenverdiener im Überblick.









