10,6 Millionen Euro – so viel Geld haben die Abgeordneten des Deutschen Bundestags zusammengerechnet seit Beginn der Legislaturperiode dazuverdient. Das berichtet der „Spiegel“ über eine gemeinsame Analyse mit der Plattform Abgeordnetenwatch.Der Analyse zufolge hat mehr als jeder dritte Parlamentarier eine bezahlte Nebentätigkeit oder geldwerte Vorteile gemeldet. In der Unionsfraktion ist es im Schnitt sogar jeder Zweite. Besonders häufig geht es dabei um Funktionen in gesellschaftspolitischen Vereinigungen oder Interessenvertretungen, Stiftungsarbeit oder parteinahe Vereine wie den Wirtschaftsrat der CDU oder das Wirtschaftsforum der SPD. Vor allem bei den Sozialdemokraten kämen Verbindungen zu einer Vereinigung oder Stiftung im Parteiumfeld besonders oft vor.Daneben spielten auch andere politische Mandate eine Rolle. 40 Prozent der Abgeordneten gaben demnach an, in Land- oder Kreistagen sowie Kommunalvertretungen zu sitzen. Bei der AfD und der Union betreffe dies fast jedes zweite Fraktionsmitglied. Abgeordnete müssen ihre Einkünfte offenlegen Die Einkünfte sind allerdings ungleich verteilt, wie ein Blick auf die Topverdiener zeigt. Laut abgeordnetenwatch.de führt die Grünen-Politikerin Ophelia Nick die Liste der Parlamentarier mit den höchsten Nebeneinkünften an. Nick verdiente seit Beginn der Legislaturperiode 2,7 Millionen Euro. Ein Großteil davon sind laut dem Portal Gewinnausschüttungen von Unternehmen, die am Technologiekonzern Voith beteiligt sind. Nick hat die Anteile geerbt.Auf Platz zwei rangiert Alexander Engelhard von der CSU. Er meldete Nebeneinkünfte in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Auf dem dritten Platz liegt der AfD-Politiker Sebastian Maack. 439.000 Euro verdiente Maack dazu.Bundestagsabgeordnete dürfen neben ihrem Mandat Nebentätigkeiten wahrnehmen – auch bezahlt. Das Geld darf allerdings nicht als Gegenleistung für ein Abstimmungsverhalten entgegengenommen werden.Das Abgeordnetengesetz schreibt vor, dass die Ausübung des Mandats im Mittelpunkt der Arbeit der Parlamentarier stehen muss. Auch müssen die Nebeneinkünfte dem Bundestagspräsidenten gemeldet werden. (Tsp)