Der Eklat um die inzwischen revidierte Ausladung des jüdischen Publizisten Michel Friedman zum 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele legt beispielhaft offen, wie schwer wir Deutsche uns immer noch damit tun, dass Richard Wagner nicht nur musikalisch bahnbrechende Opern, sondern eben auch eine, wenn nicht die Urschrift des modernen deutschen Antisemitismus verfasst hat. Zu diesen Fragen sollte (und wird nun also) Michel Friedman auf Wunsch der Wagner-Urenkelin Katharina reden, als einer der wenigen verbliebenen öffentlichen Intellektuellen in diesem Land.