Oft wird der Bankenaufsicht vorgeworfen, sie ventiliere gern alle möglichen Risiken von fallenden Gewerbeimmobilienpreisen bis hin zu Hackerangriffen. Aber im konkreten Fall fehle der Bafin der Biss. Daran hat sie es jetzt in der Berenberg Bank in Hamburg nicht fehlen lassen. Gleich die komplette dreiköpfige Bankleitung hat die Aufsicht rasiert, Pardon: gezwungen, ihr Mandat ruhen zu lassen. Damit besteht keine Aussicht auf Rückkehr in Berenbergs Führung.Der Fall ist nicht ganz beispiellos: In eine kleinere Genossenschaftsbank, in die Volksbank Düsseldorf-Neuss, schickte die Bafin vor Kurzem schon zwei Sonderbeauftragte in die Geschäftsführung. Offenbar macht die Aufsicht Ernst damit, dass sie weniger Banken in den Fokus nimmt, aber dafür im Zweifelsfall schneller und härter durchgreift.Zu den Gründen, warum es Berenberg traf, ist noch wenig bekannt. Die Bank selbst spricht von „Hinweisen auf mögliche Corporate-Governance-Verstöße“ und von „Markttransaktionen mit unklarem Hintergrund, bei deren Aufklärung die nötige Transparenz fehlte“. Das lässt Raum für viel Spekulation, zumal Berenberg seit der Finanzkrise einen hohen Risikoappetit am Aktienmarkt an den Tag legte, international stark expandierte und seit kurzem mit dem Stablecoin-Anbieter Tether verbunden ist. Geht es womöglich sogar um mangelhafte Geldwäschekontrollen? Im Umfeld der Bank wird das bestritten. Aber keine Frage, der Fall Berenberg ist brisant.
Brisante Berenberg: Die Bafin greift durch
Die Bankenaufsicht greift in der Hamburger Bank schnell und hart durch. Seit kurzem ist Berenberg mit dem Stablecoin-Anbieter Tether verbunden. Nicht nur das wirft Fragen auf.











