Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat überraschend drei Geschäftsleitungsmitglieder der Berenberg Bank mit sofortiger Wirkung abberufen lassen. Anlass seien Hinweise auf mögliche Verstöße gegen Grundsätze guter Unternehmensführung, die im Zuge der Jahresabschlussprüfung 2025 aufgetreten sind, wie die Bank am Freitag mitteilte.
Betroffen seien insbesondere bestimmte Markttransaktionen mit unklarem Hintergrund, bei deren Aufklärung es an Transparenz fehle, hieß es weiter. Die Geschäftsleitung der Bank werde daher ab sofort von zwei Sonderbeauftragten wahrgenommen, die die Bafin eingesetzt habe. Bei den beiden Sonderbeauftragten handelt es sich um den früheren langjährigen Berenberg-Chef und späteren Verwaltungsratsvorsitzenden Hans-Walter Peters sowie den ehemaligen Degussa-Bank-Vorstand Michael Horf, die ab sofort gemeinsam die Geschäftsleitung übernehmen. Die Bank betont, dass die operative Führung, die Umsetzung der Geschäftsstrategie sowie die Arbeitsplätze von den Veränderungen nicht betroffen seien.
Kundengeschäft nicht betroffenDer Schritt sei notwendig, weil absolute Integrität für Berenberg einen zentralen Wert darstelle, erklärte Peters. Zugleich hob er hervor, dass das Kundengeschäft von den in Rede stehenden Verstößen nicht betroffen gewesen sei und keine Kunden geschädigt worden seien. Horf betonte, das Geschäftsmodell der Bank habe sich über Jahrzehnte bewährt. Berenberg sei gut aufgestellt und verfüge über ein starkes, erfahrenes Führungsteam mit exzellenten Mitarbeitern.










