Stand: 23.06.2026 • 05:24 Uhr

Vor zehn Jahren endete eine von Unwahrheiten geprägte Kampagne mit dem Ja zum Brexit. Der damalige Kommissionspräsident Juncker sagt, die EU sei auf den Austritt der Briten vorbereitet gewesen - London jedoch keineswegs.

Für Geoff Meade bleibt der 23. Juni 2016 unvergessen. An diesem Abend habe über Brüssel ein gewaltiges Gewitter getobt, erzählt der Brite, der jahrzehntelang Korrespondent für die Nachrichtenagentur Press Association in Brüssel war. Ein schlechtes Omen also? An ebenjenem Abend hatten sich viele seiner Berufskollegen in eine Brüsseler Bar gesetzt und mitgefiebert. Abends sah es auch für den überzeugten Europäer noch gut aus.

Aber als Meade am nächsten Morgen um 7 Uhr aufstand, lauteten die Schlagzeilen anders: Eine Mehrheit der Briten hatte für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt.

Es war eine Nachricht, die damals viele in Brüssel überraschte und erschütterte. Nur einen nicht. Der damalige Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker war sogar eine Wette mit dem britischen Kommissar Julian King eingegangen. King wettete auf den Verbleib, Juncker auf den Austritt. Einsatz King: ein Pfund. Einsatz Juncker: ein Euro. "Ich habe das Pfund immer noch, er hat den Euro nie in der Hand gehabt", erzählt der Luxemburger vergnügt.