In einem Neuköllner Hochzeitssaal schmeichelt Alice Weidel der Spitzenkandidatin der Berliner AfD. Kristin Brinker sei „die beste Spitzenkandidatin, die sich Berlin wünschen kann“, sagt die Bundessprecherin auf der Bühne des „Grand Palas“. Zwischen Kronleuchtern, goldfarbenen Säulen und weißen Ornamentwänden beginnt die Berliner AfD ihren Wahlkampf. Offiziell geht es um Brinker. Im Saal zeigt sich aber schnell, wer die größere Anziehungskraft hat.
Drei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl ist in Berlin vieles offen. Die CDU liegt in Umfragen vorn, dahinter folgen AfD, Grüne, Linke und SPD in engerem Abstand. Brinker wiederholt an diesem Abend trotzdem den Anspruch, Regierende Bürgermeisterin zu werden. Realistisch ist das kaum, schon weil keine andere Partei mit der AfD koalieren will. Für die Berliner AfD ist der Abend dennoch ein Signal: Sie sieht sich nicht mehr als Protestpartei am Rand, sondern als kommende Machtoption.
Wegner sei eine „lahme Ente“
Brinker greift in ihrer Rede vor allem den Berliner Senat und den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner an. Berlin werde „immer dysfunktionaler“, „immer schmutziger“ und „immer unzuverlässiger“, sagt sie. Die Stadt habe nicht nur mit Gewaltkriminalität zu tun, sondern auch mit „gravierenden linksextremistischen Anschlägen“. Der Staat schaue dabei zu und tue nichts dagegen, behauptet Brinker. Die Politik sei „auf dem linken Auge blind“.







