Mal sollte eine „Duftnote“ gesetzt werden, mal ein „falscher Zungenschlag“ aus dem Wahlprogramm verschwinden. Der Landesparteitag der Berliner AfD im Stahlpalast in Brandenburg an der Havel war am Samstag über weite Strecken das, was Programmparteitage oft sind: zäh, kleinteilig, wiederholungsreich.
Knapp 300 akkreditierte Mitglieder berieten 46 Änderungsanträge, hielten Gegenreden, stimmten ab, diskutierten erneut. Manche Debatten drehten sich lange im Kreis. Irgendwann beschloss der Parteitag eine Begrenzung der Redezeit, damit die Partei überhaupt durch ihre Tagesordnung kommt.
Gegen viertel Vier beschlossen die Mitglieder das Wahlprogramm. Bemerkenswert war weniger der Streit als dessen Kontrolle. Für einen Mitgliederparteitag, bei dem nicht vorhersehbar ist, wer erscheint und wer Widerspruch anmeldet, lief die Veranstaltung auffallend sortiert.
Brinker will Regierender Bürgermeister werden
Der sichtbarste Moment des Tages war keine Sachdebatte, sondern eine Inszenierung. Kristin Brinker war bereits im vergangenen Herbst zur Spitzenkandidatin gewählt worden. Am Samstag wurde sie nun noch einmal als Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin gewählt. Anders als bei anderen Abstimmungen hoben die Mitglieder dafür nicht ihre Stimmkarten, sondern sollten aufstehen. Sehr viele erhoben sich. Ob es einzelne Abweichler gab, ließ sich bei dieser Abstimmungsform nicht sicher erkennen. Sichtbar war vor allem das gewünschte Bild: Geschlossenheit hinter Brinker.










