An der Deutschen Oper Berlin wird der Klassiker »Zar und Zimmermann« maximal klamaukig gezeigt. Muss die Oper heute wirklich so albern sein, um zu gefallen?

22. Juni 2026, 19:42 Uhr

Sehr heiter, sehr bunt: Der Premierenabend von »Zar und Zimmermann« an der Deutschen Oper Berlin

© Thomas Aurin/​ Deutsche Oper Berlin

Wie man sich heute einen Zaren eben so vorstellt: Lenins böse, flinke Augen und der Bart von Tschaikowski, darüber eine Schaffnermütze. Außerdem gab es eine begehbare Torte, auf der sich die Weltpolitik präsentierte, kanufahrende Einhörner sowie Soldatinnen mit sehr langen Beinen und ganz kleinen Schießgewehren. Einige von Herzen kommende Buhs gab es auch. An einem warmen Sonntagabend schaltete die Deutsche Oper Berlin auf Maximalverjuxung eines deutschen Klassikers. Er ist inzwischen schon etwas holzig geworden, aber wenn man ihn nach längerer Zeit wieder hört, fühlt er sich fest und gut an wie frisches Eichenlaub. Vor allem will er schon selbst eine Menge Jux verbreiten. Also ein schwerer Fall von Über-Jux.