Ein andauernder Konflikt vor den Toren der EU und immer wieder aufflammende Eskalationen im Nahen Osten haben Verteidigungstechnologien so stark wie nie zuvor in den Blick von Investoren gerückt. Nach jüngsten PitchBook-Daten haben Unternehmen der Branche seit Jahresbeginn 2026 bereits 12,3 Milliarden US-Dollar an Risikokapital eingesammelt. Das ist knapp doppelt so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres und mehr als im gesamten Jahr 2025, in dem die Summe bei 9,95 Milliarden US-Dollar gelegen hatte.

Der Großteil des Kapitals fließt in die USA. Amerikanische Start-ups erhielten 11,4 Milliarden Dollar der Gesamtsumme. Allein Anduril Industries beansprucht davon fast die Hälfte auf sich. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley, bekannt für Drohnen und Überwachungstürme, verdoppelte seine Bewertung im vergangenen Monat mit einer Finanzierungsrunde über fünf Milliarden Dollar auf 61 Milliarden Dollar. Zu den Geldgebern zählen Thrive Capital und Andreessen Horowitz.

In Europa ist der Markt insgesamt kleiner, wächst aber in mehreren Ländern gleichzeitig – und zunehmend über Luftdrohnen hinaus. So rückt etwa die Seeverteidigung stärker in den Fokus der Investoren: Der britische Hersteller Kraken Technology, dessen autonome Minenjäger von der Royal Navy für den Einsatz in der Straße von Hormus ausgewählt wurden, will rund 100 Millionen Dollar bei einer Bewertung von etwa einer Milliarde Dollar einsammeln, wie mit dem Vorgang vertraute Personen sagen.