In Osnabrück drohen die Fließbänder leerzulaufen. Im Umland von München prasselt zur selben Zeit Kapital in Milliardenhöhe auf ein Unternehmen ein. Der Kontrast könnte kaum größer sein: VW, ZF und Schaeffler verhandeln über Werksschließungen, Kurzarbeit und Stellenabbau, zeitgleich hat der Münchener Drohnenspezialist Quantum Systems die größte Finanzierungsrunde abgeschlossen, die ein Rüstungsunternehmen in Europa je erhalten hat.
In seiner Series D sammelte das Unternehmen 1,2 Milliarden Dollar ein, wie Quantum Systems am Donnerstag mitteilte. Die Bewertung stieg damit auf rund acht Milliarden Dollar, mehr als das Doppelte des bisherigen Werts. Innerhalb eines einzigen Jahres hat sich der Firmenwert damit verachtfacht.
Angeführt wurde die Runde von Blackstone, Noteus, Airbus und Advent. Mit an Bord waren zudem institutionelle Schwergewichte wie Fidelity Management & Research und Wellington Management sowie die Reederholding A.P. Moller Holding und die Bestandsinvestoren Balderton und HV Capital. Morgan Stanley habe die Transaktion als exklusiver Finanzberater begleitet, teilte das Unternehmen mit.
Vor allem, wer diesmal mitzieht, markiert einen Wandel. Mit Blackstone und Advent steigen zwei der größten klassischen Private-Equity-Häuser der Welt bei einem europäischen Rüstungs-Start-up ein. Bisherige Runden waren vor allem von Wagniskapitalgebern getragen. Europäisches Defense-Tech wird damit vom Nischenthema für Venture Capital zum Ziel für die großen Kapitalmärkte.









