Eine australische Spinnenart – die Ballista-Spinne (Propostira sp.) – hat eine raffinierte Art entwickelt, um Beute zu fangen. Es handele sich um eines »der leistungsstärksten bekannten Fangsysteme im Tierreich«, berichten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Greifswald gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Australien im Fachjournal »Current Biology«.Die Spinne katapultiert demnach gezielt Ameisen in ihr Netz. Dazu spannt sie von diesem Netz aus mehrere lange Fäden und befestigt sie nahe beieinander etwa an Ästen oder Blättern. Über den Blättern oder Ästen bündelt sie die Fäden zu einem Kegel. Vermutlich lockt sie dann mithilfe von Duftstoffen Weberameisen der Art Oecophylla smaragdina an, eine besonders aggressive und wehrhafte Spezies.Die Ameisen beißen in den Kegel. Durch diesen Biss löst sich der Seidenkegel von der Oberfläche der Blätter oder Äste und schwingt rasch samt der darin verbissenen Ameise ins Netz der Spinne. Dabei erreichen die Ameisen eine Geschwindigkeit von bis zu 4,4 Metern pro Sekunde. Die Spinne wartet laut Studie, bis die Ameise im Netz vollständig verstrickt ist, bevor sie sich nähert, um sie in Seide einzuwickeln.

Die Falle speichere Energie in den gespannten Seidenfäden und setze sie schlagartig frei, ähnlich wie eine gespannte Feder, berichten die Forscher. »Die dabei erreichten Leistungswerte liegen um mehrere Größenordnungen über dem, was Muskeln erzeugen könnten«, sagt Jonas Wolff von der Universität Greifswald. Auch andere Spinnen mit katapultartigen Fangnetzen würden übertroffen.Spezifische Beute im VisierDie Forschenden werteten 35 Fänge mit der einzigartigen Technik aus. Jedes Mal seien der Spinne Ameisen der Art Oecophylla smaragdina ins Netz gegangen. Das deute darauf hin, dass die Fangtechnik auf diese Beute ausgerichtet sei, schreibt das Team.