Downing Street 10 befindet sich erneut im Krisenmodus. Am Montag kündigte der britische Premierminister Keir Starmer seinen Rücktritt als Regierungschef und Labour-Vorsitzender an. Es ist ein politisches Debakel nach nicht einmal zwei Jahren im Amt.Als Starmer im Juli 2024 nach 14 Jahren konservativer Regierung die Macht an der Themse übernahm, versprach er Stabilität, Reformen und einen wirtschaftlichen Neuanfang für Großbritannien. Mit seinen sogenannten Five Missions – Wirtschaft, Gesundheit, Bildung, Energie sowie Sicherheit – wollte der Sozialdemokrat das Vereinigte Königreich aus der jahrelangen Krisenstimmung führen. Das Wahlprogramm trug nicht zufällig den Titel „Change“ (Veränderung).Doch der versprochene Aufbruch blieb für viele Wähler aus. Das Wirtschaftswachstum enttäuschte, die Lebenshaltungskosten blieben hoch und die Steuerpolitik der Regierung sorgte für wachsenden Unmut.

Der Anfang vom Ende

Die Folgen zeigten sich schon Anfang Mai bei den Kommunalwahlen. Labour erlitt schwere Verluste, während Nigel Farages Reform UK vielerorts zulegen konnte. Starmer bezeichnete das Ergebnis selbst als „desaströs“, schloss einen Rücktritt zunächst jedoch aus. Der Wahlschock löste stattdessen eine offene Führungskrise innerhalb der Partei aus. Immer mehr Abgeordnete stellten seine Autorität infrage. In den folgenden Wochen verlor Starmer zunehmend die Kontrolle über seine eigene Partei.