Es muss nicht immer Nvidia sein. Der amerikanische Halbleiterhersteller mag mit seinem Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der Welt zwar erste Wahl sein, falls Anleger in die seit einigen Jahren aufstrebende KI-Wirtschaft investieren wollen. Kleinere Werte können ebenso von dieser Konjunktur profitieren, wie die an diesem Montag aufgenommenen Neuzugänge in Dax und M-Dax zeigen.Dabei hat der Dax-Aufsteiger Hochtief zunächst nichts Spezielles mit Künstlicher Intelligenz zu tun. Das 150 Jahre alte Bauunternehmen aus Essen kann derzeit aber aus seiner langjährigen Erfahrung mit vielerlei Infrastrukturprojekten profitieren. Es gibt kaum etwas, das die Essener nicht abdecken können: Von klassischen Projekten wie Brücken über Fundamente für Windparks bis hin zu Atomkraftwerken kann das Unternehmen mit seinen zahlreichen Tochterunternehmen in verschiedenen Ländern eine Vielzahl von Aufträgen einheimsen.Besonders rentabel ist im Moment das Geschäft mit Rechenzentren für KI-Anwendungen in den Vereinigten Staaten, welches Hochtief mit seinem Tochterunternehmen Turner bespielt. Für Turner erwartet Hochtief im laufenden Jahr ein Wachstum des operativen Gewinns von 30 Prozent. Auf seiner Hauptversammlung im vergangenen Mai verkündete Hochtief, dass es allein im Jahr 2025 IT-Bauaufträge im Wert von 16,8 Milliarden Euro einwerben konnte. Am Gesamtbestand machen die Aufträge aus diesem Bereich etwa ein Fünftel aus.Gleich drei Chip-AufsteigerDas Wachstum und die optimistischen Ziele haben Anleger in den zurückliegenden zwölf Monaten überzeugt. Auf Jahressicht hat sich der Kurs der Hochtief-Aktien mehr als verdreifacht. Am Montag kostete der Dax-Neuling im Handelssystem Xetra 513 Euro. Während sich die Aufnahme in den Index offenbar positiv auf das Hochtief-Papier auswirkte, schwächelte der Dax selbst am Montag wegen Unsicherheiten im Konflikt zwischen den USA und Iran. Bis zum Mittag verlor der Index 0,25 Prozent im Vergleich zu seinem Endstand vom vergangenen Freitag.Nicht ganz in der ersten Börsenliga Deutschlands spielen die Aktien von Elmos Semiconductor, Siltronic und Suss Microtec. Alle drei Unternehmen aber sind direkt oder indirekt in der Halbleiterindustrie aktiv. Dementsprechend stark ist der Auftrieb der allgemeinen Chip-Hausse für die Aktien, die seit Montag im Mittelwerteindex M-Dax enthalten sind.Der Kurs der Aktien von Elmos Semiconductor gewann am Montag rund 1,6 Prozent auf 184,80 Euro. Er stand damit 140 Prozent höher als noch vor einem Jahr. Elmos stellt vornehmlich Siliziumscheiben (Wafer) für die Chip-Produktion her. Zu den größten Kunden des Leverkusener Unternehmens gehört die Automobilindustrie.Comeback für Siltronic nach verhinderter ÜbernahmeDer Münchner Wafer-Hersteller Siltronic war zwischen September 2018 und Juni 2021 schon Mitglied im M-Dax. 2020 hatte das taiwanische Unternehmen Globalwafers angekündigt, das schwächelnde Unternehmen übernehmen zu wollen. Die Übernahme wurde 2022 durch die Bundesregierung verhindert. Seither ging es für die Aktie eher bergab. Im Vergleich zum Juni 2021 sind Siltronic-Papiere rund ein Drittel günstiger zu haben – für rund 94 Euro. Gegenüber dem Jahresanfang hat sich der Wert der Aktien aber wieder verdoppelt. Erst vergangene Woche besorgte sich das Unternehmen durch eine Kapitalerhöhung frisches Geld an der Börse.Aktien von Suss Microtec feierten in den vergangenen Tagen Rekordkurse. Anlagen von Suss kommen in der Herstellung von Halbleitern zum Einsatz. Unter anderem sind sie Teil der Lieferkette von Nvidia, wodurch Suss auf der Nachfragewelle des amerikanischen Halbleiterkonzerns reiten kann. Am Montag kam es nach dem Tageshoch von 118,40 Euro zu Gewinnmitnahmen, und der Kurs fiel mit einem leichten Minus zurück auf 111,30 Euro.Zu den Verlierern der Neuordnung der Dax-Familie gehören die Aktien der Porsche SE. Die Beteiligungsgesellschaft der Familien Porsche und Piëch war im September 2021 in den Index aufgenommen worden, als dieser von 30 auf 40 Werte erweitert wurde. Die beiden Hauptbeteiligungen des Unternehmens, Volkswagen und der Sportwagenproduzent Porsche AG, leiden jedoch unter den globalen Verwerfungen in der Automobilbranche.Für beide Beteiligungen musste die Porsche SE im vergangenen Jahr eine Wertberichtigung von insgesamt 1,3 Milliarden Euro vornehmen. Zwar geht das Unternehmen für das laufende Jahr weiterhin ein bereinigtes Konzernergebnis von 1,5 Milliarden bis 3,5 Milliarden Euro an. Anleger scheinen den Zielen allerdings nicht ganz zu vertrauen und straften die Aktien der Porsche SE zuletzt ab. Am Montag verloren die Papiere des Unternehmens, die nun wieder im M-Dax gehandelt werden, zeitweise mehr als drei Prozent.
Chips im Dax: Suss, Siltronic und Elmos
Mit Hochtief, Suss Microtec, Elmos Semiconductor und Siltronic steigen vier Profiteure der KI-Wirtschaft innerhalb der Indexfamilie auf. Die Porsche SE steigt nach fünf Jahren im Dax ab.








