Erinnern Sie sich noch daran, liebe Leser, wo Sie sich am 19. Juli 2026 aufgehalten haben werden? Also an jenem Tag, an dem Deutschland das WM-Finale verloren haben wird? Ausgerechnet gegen die Österreicher, die ausgerechnet vom deutschen Trainer Ralf Rangnick zum größten Titel ihrer rot-weiß-roten Fußballgeschichte geführt worden sein werden. Und vermutlich ausgerechnet der FC-Bayern-Profi Konrad Laimer wird das entscheidende Tor gegen seinen Vereinskollegen Manuel Neuer erzielt haben!Niemand, der in vier Wochen dabei gewesen sein wird, wird diese historische WM-Begegnung der rivalisierenden Nachbarn in Zukunft jemals wieder vergessen. Felix Austria, frustrierte Piefke!48 Jahre nach der „Schmach von Córdoba“ in Argentinien, als die DFB-Elf in der Zwischenrunde mit 2:3 an Österreich scheiterte, und 44 Jahre nach der „Schande von Gijón“ in Spanien, als die Teams beider Länder einem Nichtangriffspakt folgten, weil die deutsche 1:0-Führung beiden half und Algerien schadete, wird nun also die Sensationsschlappe von New York/New Jersey in die Geschichtsbücher von übermorgen eingehen.Es ist, liebe Leser, an dieser Stelle höchste Eisenbahn, etwas klarzustellen: Die ganzen Blütenträume von wegen „Österreich ist Weltmeister 2026“ sind nicht unserem hitzegeschädigten Hirn entsprungen, sondern auf dem Mist der KI gewachsen. Ein paar Gaudimichl von der Videoproduktionsfirma Sequence Five haben sich mithilfe der Künstlichen Intelligenz das Dreiminutenfilmchen „Weltmeister OIDA!“ ausgedacht. Der Kniff dabei: Von heute aus blicken die menschlichen Macher und ihre Mitmachmaschinen ins Jahr 2056 und von dort aus auf die Zeit nach dem WM-Titelgewinn 2026 zurück.Der 64 Jahre alte Weltmeisterkapitän David Alaba hat im Video tiefe Falten, der dann 98 Jahre alte Ralf Rangnick hat sich dank KI gut gehalten. Das Stück ist ein Meisterwerk vorauseilender Nostalgie, wie das Phänomen in der Psychologie genannt wird. Nicht erwähnt wird in der Doku aus der Zukunft leider, wie Österreichs Weltmeister gegen den Titelverteidiger Argentinien am kommenden Montag in Dallas gespielt haben wird.Es ist oft ärgerlich, wenn die KI halluziniert, also falsche Dinge erfindet und verbreitet. Die „OIDA!“-Halluzination der Ösis jedoch ist das Zweitlustigste, was diese WM jemals zu bieten gehabt werden wird. Noch lustiger ist nur das Ergebnis einer ORF-Umfrage, wonach 32 Prozent echte Österreicher vor dem WM-Start der Überzeugung waren, dass die eigene Mannschaft den Titel holt. Ganz im Sinne des austriakischen WM-Evergreens: „I werd narrisch!“
Fußball-WM 2026: Österreich ist Weltmeister - dank KI | FAZ
Österreich ist schon jetzt Fußball-Weltmeister – dank Künstlicher Intelligenz. Ein meisterliches KI-Video spielt durch, wie Rangnick, Alaba und andere dereinst auf den Erfolg zurückschauen werden. Ganz großer Schmäh!












