Buenos Aires im Sommer 2026: Im Krieg zwischen Argentinien und Großbritannien um die Falklandinseln fielen vor 44 Jahren nach offiziellen Angaben rund 650 argentinische und 250 britische Soldaten. Das Gemetzel spielt im Westen schon lange keine Rolle mehr. Anders in der argentinischen Hauptstadt, wo die Inseln Malvinas heißen: „Las Islas Malvinas son argentinas“, „Die Malwinen sind argentinisch“, steht auf Linienbussen. In Spielzeugläden gibt es Modellbauflugzeuge und Panzer, mit dem sich die „Guerra de las Malvinas“ von 1982 nachstellen lässt. An Kasernenmauern in der Stadt erinnern Wandgemälde an die Schlachten. Und neuerdings sind die Inseln, die unter Hoheit des fast 13.000 Kilometer entfernten Vereinigten Königreichs stehen, auch wieder politisch ein Thema. Der argentinische Präsident Javier Milei hat wiederholt Verhandlungen über ihre Rückgabe gefordert und spürte kürzlich wohl Rückenwind, als die Nachrichtenagentur Reuters im April über ein Schreiben der US-Regierung berichtete, in dem angeblich mögliche Strafmaßnahmen gegen NATO-Partner diskutiert wurden, die den Irankrieg nach Ansicht Washingtons nicht ausreichend unterstützen. Dazu gehöre auch, dass die USA ihren neutralen, probritischen Standpunkt zu den Falklandinseln ändern könnten. In Argentinien wird das als potentielle Unterstützung für die Ansprüche interpretiert. Wir haben den argentinischen Schriftsteller Alan Pauls um einen Beitrag über die schwierige politische und emotionale Beziehung der Argentinier zu der Inselgruppe direkt vor ihrer Küste gebeten.