Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa hat einen Vorschlag von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach das syrische Militär im Nachbarland Libanon gegen die proiranische Hisbollah vorgehen könnte. »Wir suchen nach wirtschaftlichen Verbindungen zwischen dem Libanon und Syrien, nicht nach militärischen«, sagte al-Sharaa in einem am Sonntag vom Sender al-Maschhad ausgestrahlten Interview.

Trump hatte kürzlich vorgeschlagen, dass Syrien die Bekämpfung der von Iran finanzierten Hisbollah-Miliz im Libanon übernehmen könnte. Falls Israel nicht mit der Hisbollah fertig werde, »ohne alle zu töten«, dann werde al-Sharaa diese Aufgabe übernehmen, sagte Trump am Dienstag am Rande des G7-Gipfels im französischen Evian.Damaskus habe gegenüber Washington bekräftigt, »dass der Krieg beendet werden muss«, sagte der islamistische Übergangspräsident al-Sharaa, wobei er sich auf die Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah bezog.

Dabei müsse es »verschiedene Lösungen geben, darunter wirtschaftliche, politische und soziale, sowie die Wiederaufnahme der Beziehungen und der lebenswichtigen wirtschaftlichen Verbindung zwischen Syrien und dem Libanon«. Überdies seien »einige Sicherheitsmaßnahmen« erforderlich, »die in erster Linie den Bedenken Syriens und des Libanon, aber auch denen Israels Rechnung tragen«, sagte al-Sharaa.Die von Iran finanzierte Hisbollah zählte zu den wichtigsten Verbündeten des gestürzten Baschar al-Assad. Syriens Ex-Machthaber spielte lange Zeit eine strategische Rolle für Teheran, insbesondere bei ungehinderten Waffenlieferungen an die Hisbollah.