PfadnavigationHomePanoramaGespräche USA und IranTrump fordert von Teheran Druck auf Hisbollah und droht mit neuen AngriffenStand: 18:14 UhrLesedauer: 3 MinutenTrotz neuer Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran bleiben die Hürden hoch. Nahost-Experte Tom Goeller sieht die Zukunft des Abkommens vor allem von der Entwicklung im Libanon und der Kontrolle des iranischen Atomprogramms abhängig.Die USA und der Iran verhandeln in der Schweiz über ein Ende des Kriegs, eingefrorene Vermögen und Handelswege. Donald Trump erwartet, dass Teheran auch auf die Hisbollah einwirkt.US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit erneuten Angriffen, sollte die Führung die Gewalt der mit ihr verbündeten libanesischen Hisbollah nicht eindämmen.„Der Iran muss seine hochbezahlten Stellvertreter im Libanon unverzüglich davon abhalten, Unruhe zu stiften“, schreibt Trump auf seiner Plattform „Truth Social“. „Andernfalls werden wir den Iran wieder sehr hart angreifen, so wie letzte Woche, nur härter.“Die Drohung erfolgt während laufender Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz. Dort startete am Sonntagnachmittag die erste Gesprächsrunde zwischen den Konfliktparteien. Dabei seien auch Delegationen der vermittelnden Länder Pakistan und Katar, erklärte ein katarischer Vertreter. Das am Mittwoch geschlossene Rahmenabkommen sieht vor, innerhalb von 60 Tagen eine endgültige Vereinbarung für einen Frieden zu schließen. Lesen Sie auchUS-Vizepräsident J.D. Vance will für die Verhandlungen mehrere Tage in der Schweiz bleiben. Er sagte, Trump wolle „ein neues Kapitel“ in den Beziehungen mit dem Iran aufschlagen. „Wir haben in den vergangenen Stunden große Fortschritte erzielt“, sagte Vance am Verhandlungsort auf dem Bürgenstock, einem Luxushotel über dem Vierwaldstättersee.Die in der Schweiz beginnenden technischen Verhandlungen würden es beiden Seiten ermöglichen, zusammenzukommen und an der Lösung der Probleme zu arbeiten, sagte Vance. Neben Vance gehören dem US-Verhandlungsteam in der Schweiz der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an.Unmittelbar vor Beginn der Verhandlungen pochte der Iran noch auf sein Recht zur Urananreicherung, schloss zugleich aber erneut ein Streben nach Atomwaffen aus. „Was die USA verlangen, ist, dass der Iran keine Atombombe baut. Das ist nichts Neues, und wir können es auch schriftlich zusichern, dass wir keine Absicht haben, eine Bombe zu bauen“, wurde der iranische Präsident Masud Peseschkian am Sonntag auf seiner Website zitiert. „Wir werden jedoch unser Recht auf Anreicherung nicht aufgeben und die andere Seite wird keine andere Wahl haben, als dieses Recht zu akzeptieren“, fügte er hinzu.Konflikt im Libanon ist für Iran wichtiger VerhandlungspunktEine erste Gesprächsrunde über ein mögliches Atomabkommen in der Schweiz war eigentlich bereits für Freitag angedacht. Es fand aber wegen erneuter gegenseitiger Angriffe zwischen der israelischen Armee und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon dann doch nicht statt. Lesen Sie auchDer Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, betonte am Sonntag, der anhaltende Konflikt im Libanon zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel werde bei den Verhandlungen zu den wichtigsten Punkten zählen, gemeinsam mit Themen wie den eingefrorenen iranischen Vermögenswerten und dem Verkauf iranischen Öls. „Das zionistische Regime verletzt weiterhin seine Verpflichtungen im Libanon, diese Angelegenheit wird bei den heutigen Gesprächen das wichtigste Thema sein“, sagte Bakaei in einem von der staatlichen Nachrichtenagentur Irna veröffentlichten Video.Lesen Sie auchDas besagte Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran sieht eine Waffenruhe für die gesamte Region einschließlich des Libanon vor. Der Iran hatte darauf bestanden, dass die Vereinbarung mit den USA eine Einstellung der Kämpfe im Libanon umfasst. Dennoch gingen die Kämpfe in dem Land zunächst unvermindert weiter. Weder Israel noch die Hisbollah waren an dem Rahmenabkommen beteiligt. Zu den Verhandlungen in dem Schweizer Luxushotel sagte Bakaei weiter, die Treffen würden zunächst mit den Vermittlern stattfinden und dann am Nachmittag gemeinsam mit allen beteiligten Seiten. „Das heißt, dass die Delegationen aller vier Länder gemeinsam in einem Raum anwesend sein werden“, führte er aus. Zudem sollen sich die Gespräche um die Freigabe blockierter iranischer Bankkonten und mögliche Sanktionserleichterungen drehen. Der iranische Zentralbankgouverneur Nasser Hemmati reiste dafür eigens in die Schweiz.Die Straße von Hormus blieb unterdessen weiter für die Schifffahrt gesperrt. Die Marine der Revolutionsgarden habe bislang keine Durchfahrtsgenehmigungen für die Meerenge erteilt, meldet die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen Insider.dpa/Reuters/AFP/krott/coh/sebe