PfadnavigationHomePolitikAuslandNaher OstenIran und USA einigen sich auf Friedensabkommen – Trump droht schon mit neuen AngriffenStand: 02:23 UhrLesedauer: 5 MinutenDie israelische Armee hat als Reaktion auf Angriffe der Hisbollah Ziele im Libanon bombardiert. Dabei kamen nach libanesischen Angaben mindestens ein Mensch ums Leben.Die USA und der Iran haben sich auf ein Rahmenabkommen zum Ende des Krieges geeinigt. Es soll am Freitag unterzeichnet werden, dann soll auch die Straße von Hormus öffnen. Die Drohungen in dem Konflikt nehmen damit aber kein Ende.Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen für ein Ende des Iran-Kriegs geeinigt. Das verkündeten sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Vermittlerstaat Pakistan. Der Iran sprach von einem sofortigen Ende des Krieges.Eine Einigung mit dem Iran sei „jetzt vollständig“, erklärte Trump am Sonntag. Die Sperrung der Straße von Hormus für die Schifffahrt werde aufgehoben, ebenso die Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine. „Glückwunsch an alle!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Der Präsident fügte hinzu: „Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!“ In einem späteren Post teilte er mit, dass die Straße von Hormus wegen Minenräumungen erst am Freitag geöffnet werden soll. Dann soll laut Trump auch das Abkommen unterzeichnet werden. Auch Pakistan nannte das Datum – Schweiz als Ort der Unterzeichnung.Vizepräsident JD Vance sagte dem Sender Fox News zur Frage, wer der Unterzeichnung von US-Seite beiwohnen werde: „Ich habe auf jeden Fall vor, dort zu sein, aber es ist möglich, dass der Präsident selbst dort sein könnte.“ Der Iran kündigte ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten, eingeschlossen dem Libanon, an. Dies gelte sofort und dauerhaft. Zudem werde die US-Seeblockade sofort und vollständig aufgehoben, hieß es in einem Schreiben des obersten Nationalen Sicherheitsrats des Landes. Von Zugeständnissen der iranischen Seite war darin keine Rede.Nach eigenen Angaben hat der Iran das Rahmenabkommen unter der Führung von Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei finalisiert. Die Verhandlungen seien am Sonntagabend zum Abschluss gekommen, hieß es in der Stellungnahme, die von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlicht wurde.Lesen Sie auchZuvor hatte Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi ein sofortiges und dauerhaftes Kriegsende verkündet. Die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen sollen in einem Zeitraum von 60 Tagen stattfinden, erklärte er weiter. Sollte die Gegenseite gegen Vereinbarungen verstoßen, werde der Iran eigene Maßnahmen ergreifen. Iran erklärt sich zum Sieger des KriegesAuf der anderen Seite drohte Trump mit erneuten Militärangriffen auf Teheran, sollte der Iran kein endgültiges Atomabkommen mit den USA erzielen. Alternativ würden die USA gegen eine Beteiligung von 20 Prozent an den Einnahmen der Region als „Wächter des Nahen Ostens“ auftreten, sagte Trump der Zeitung „New York Times“.Der Iran in Person von Gharibabadi erklärte sich unterdessen zum Sieger in dem seit mehr als drei Monaten andauernden Krieg. Die USA und Israel hätten ihre Kriegsziele dagegen nicht erreicht. Das Oberkommando der iranischen Streitkräfte teilte mit, das Volk habe unter der Führung des obersten geistlichen Führers den USA bewiesen, dass diesen „kein anderer Weg bleibt, als die Niederlage zu akzeptieren“.Als Erstes hatte die pakistanische Regierung von einer Einigung berichtet. Beide Seiten hätten nach intensiven Gesprächen die sofortige und dauerhafte Einstellung der militärischen Operationen an allen Fronten erklärt, hieß es vom pakistanischen Ministerpräsident Shehbaz Sharif auf dem Kurznachrichtendienst X mit. Dies schließe auch den Libanon ein.Die iranische Nachrichtenagentur Mehr veröffentlichte vermeintliche Details aus dem 14-Punkte-Entwurf für eine Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran. Demnach sieht das Papier vor, dass die US-Seeblockade innerhalb von 30 Tagen vollständig aufgehoben und die Straße von Hormus unter iranischer Regie wieder geöffnet werden. Zudem sollen die Sanktionen gegen iranische Öl- und Petrochemie-Verkäufe ausgesetzt und eingefrorene iranische Gelder in Höhe von 24 Milliarden Dollar freigegeben werden. Die Hälfte dieser Mittel müsse ebenso wie die Aufhebung der Seeblockade und der Ölsanktionen gewährt werden, bevor die abschließenden Verhandlungen beginnen. Diese Gespräche sollen sich auf Nuklearfragen sowie die vollständige Aufhebung der Sanktionen konzentrieren. Das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung von Widerstandsgruppen sind dem Bericht zufolge von den Verhandlungen ausgeschlossen. Die USA und ihre Verbündeten müssen zudem Wiederaufbaupläne für den Iran im Volumen von mindestens 300 Milliarden Dollar vorlegen. Ein endgültiges Abkommen soll durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates gebilligt werden.Nach Angaben der US-Plattform „Axios“ sieht das Rahmenabkommen eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran um 60 Tage vor. Danach sollten Atomgespräche mit dem Iran beginnen. Die eigentliche Öffnung der Straße von Hormus für den Tankerverkehr könnte demnach einige Zeit in Anspruch nehmen. Neben der Minenräumung sei auch die Reparatur von Infrastruktur nötig, zudem müsse die Meerenge abgesichert werden, berichtete die Plattform. Noch am Sonntag hatte Teheran nach israelischen Angriffen auf Vororte von Beirut die Einigung infrage gestellt. „Wenn ihr (USA) weder den Willen noch die Fähigkeit habt, Euren Verpflichtungen nachzukommen, dann kann man den diplomatischen Weg auch nicht fortsetzen“, schrieb Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf auf der Plattform X. Solchen Angriffen grünes Licht zu geben, könne keine diplomatischen Zugeständnisse erwirken. Trump kritisierte den israelischen Angriff scharf. Er „hätte nicht passieren dürfen“, erklärte er.Die israelische Armee hatte am Sonntag die südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen, die als Hochburg der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gelten. Das Militär habe Attacken in der Gegend von Dahijeh ausgeführt als „Antwort auf Angriffe der Hisbollah auf israelisches Territorium“, erklärten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz in einer gemeinsamen Mitteilung. Die israelische Armee teilte mit, sie habe eine Infrastrukturanlage in Dahijeh „präzise getroffen“.Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.Reuters/dpa/AFP/AP/jm/säd/luwi