Irans Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf hat sich nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump derartige Äußerungen gegen sein Land verbeten. »Wir schenken amerikanischen Drohungen keine Beachtung«, erklärte Ghalibaf am Sonntag im Onlinedienst X. Zuvor hatte Trump gedroht, Iran erneut anzugreifen, sollte dieser nicht die mit ihm verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon unter Kontrolle halten.

Ghalibaf erklärte dazu: »Sie täten gut daran, mit ihren Äußerungen vorsichtig zu sein.« Die Streitkräfte der Islamischen Republik seien »bereit, auf andere Weise darauf zu reagieren«. Der Chefunterhändler und Parlamentspräsident warnte: »Ganz gleich, was sie sagen – wir sind diejenigen, die handeln.«Fast vier Monate nach Beginn des Irankriegs hatten am Sonntag in einem Schweizer Luxushotel Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein endgültiges Friedensabkommen begonnen. Für die US-Seite nahmen Vizepräsident JD Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner teil. Der iranischen Verhandlungsdelegation gehörte neben Ghalibaf Außenminister Abbas Araghchi an.

»Wenn ihr sie schließt, habt ihr kein Land mehr«Kurz nach Beginn der Verhandlungen in der Schweiz hatte Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social gewarnt: »Iran muss unverzüglich verhindern, dass seine hochbezahlten, an ihn angeschlossenen Gruppen im Libanon Probleme verursachen.«»Wenn sie das nicht tun, werden wir Iran erneut sehr hart angreifen, so wie wir es letzte Woche getan haben, wenn nicht noch härter«, drohte der US-Präsident. Die von Iran finanzierte Hisbollah-Miliz hatte sich in den vergangenen Tagen heftige Gefechte mit der israelischen Armee geliefert. Dem Sender Fox News soll Trump am Sonntag außerdem gesagt haben, er habe Iran wegen der Straße von Hormus eine dringende Warnung übermittelt. »Wenn ihr sie schließt, habt ihr kein Land mehr«, wurde Trump von Fox News zitiert. »Ihr werdet nicht einmal mehr in euer verdammtes Land zurückkehren können.«