Das deutsch-französische Prestigeprojekt „Future Combat Air System“ (FCAS), einst Symbol europäischer Verteidigungsautonomie, ist gescheitert. Nach Jahren der Planung und milliardenschweren Investitionen für den Kampfjet der sechsten Generation stehen Politik und Industrie vor einem Scherbenhaufen. Für die Öffentlichkeit kam das Ende überraschend, doch für Insider war es absehbar.

Der Bundestagsabgeordnete Thomas Ladzinski sitzt für die AfD im Verteidigungsausschuss und nimmt kein Blatt vor den Mund. Ein Gespräch über strategische Fehler, die Lage der Bundeswehr und Deutschlands Rolle in einer multipolaren Welt.

Herr Ladzinski, war das FCAS-Scheitern absehbar?

Ja, eindeutig. Es war in Berlin hinlänglich bekannt, und zwar nicht erst seit letzter Woche, sondern bereits Monate vorher. FCAS hatte einen Geburtsfehler: Man hat versucht, die völlig unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Nationen in ein gemeinsames Konzept zu pressen. Das konnte nicht gutgehen.

Welche Anforderungskonflikte waren unüberwindbar?