Dem ersten Urknall war unmittelbar ein zweiter gefolgt, es war damals also, wie man aus heutiger Sicht noch mal festhalten kann, ganz schön laut. Erst hatte Philipp Lahm ein bis heute berühmtes Tor gegen Costa Rica geschossen, ein paar Tage später erzielte Oliver Neuville ein bis heute berühmtes Tor gegen Polen. Dass die deutschen Nationalspieler sich damals überhaupt auf den Torschuss konzentrieren konnten, ist eine Leistung, die bis heute viel zu wenig gewürdigt wird. Den Fuß stabil zu halten, war gar nicht so einfach bei all dem Gekreische und Gejauchze, das im Sommer 2006 über dem Land lag. Der zuständige Bundestrainer drehte die Regler mit seinen Auf-sie-mit-Gebrüll-Ansprachen auch noch weiter nach oben, aber dann musste er sich in all dem Gelärme plötzlich eine nüchterne Frage stellen: Was würden die beiden emotionalen Auftaktsiege gegen Costa Rica (4:2) und Polen (1:0) denn nun bedeuten fürs dritte Gruppenspiel gegen – ja, tatsächlich – Ecuador?