PfadnavigationHomeSportFußballWMSiegtor gegen ElfenbeinküsteWar das unser „Odonkor-Moment“?Stand: 18:27 UhrLesedauer: 3 MinutenDeniz Undav zeigt seine ganze Klasse. Nach einem scharf gespielten Ball verarbeitet der deutsche Nationalstürmer die Vorlage technisch stark und vollendet eiskalt. Zunächst prüft der Videoassistent die Szene, doch bis dahin kennt der Jubel keine Grenzen.Benedikt Höwedes wurde 2014 in Rio Weltmeister. Gerade beschrieb er im WELT-Podcast die Bedeutung eines bestimmten Effektes, um ein erfolgreiches Turnier zu spielen. Gut möglich, dass das DFB-Team ihn nun herbeigeführt hat.Fußballfans schätzen seine Analysen. Benedikt Höwedes arbeitet seit dem Ende seiner aktiven Profikarriere als TV-Experte bei Amazon Prime und kommentiert dort regelmäßig die Champions League. Meinungsstärke und Klarheit, die er zum WM-Start 2026 auch als Gast im WELT-Podcast WELTMeister nachweist.„Ich glaube persönlich nicht, dass wir Weltmeister werden können oder dass wir Weltmeister werden“, sagte Höwedes: „Und trotzdem ist das Schöne im Fußball, dass alles möglich ist. Auch wenn wir vielleicht individuell nicht so gut aufgestellt sind wie viele andere Nationen, können wir uns trotzdem in etwas reinspielen, wo wir dann unberechenbar werden. Und dann halte ich es auch nicht für ausgeschlossen, dass wir weit kommen im Turnier.“Ein Podcast, ein Champion, ein Rätsel – wer ist der Gast? Raten Sie mit: Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.Im Vergleich zu den anderen Top-Nationen mangele es im Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann laut Höwedes an herausragenden Ausnahmekönnern. „Ich finde, wir sind auf jeder Position sehr ordentlich besetzt. Wir haben aber vielleicht nicht ganz so viele Weltklasse-Spieler wie alle anderen. Deshalb muss viel über das Kollektiv – glaube ich – passieren.“Höwedes erinnert an WM 2006 und WM 2014Um das zu erleichtern oder gar erst möglich zu machen, bedürfe es im Turnierverlauf eines gewissen Effektes, glaubt der Weltmeister von 2014. „Ich habe kürzlich die Doku über die WM 2006 gesehen. Mit dieser Mannschaft hat damals niemand gerechnet. Doch in einem Turnier gibt es immer den einen Moment, wo es kippen kann“, so Höwedes.Er nennt ein weiteres Beispiel: „Wir hatten das 2014 zum Beispiel im Spiel gegen Algerien, wo wir danach geglaubt haben, wir können über Wasser laufen. 2006 war es das Spiel gegen Polen, als Oliver Neuville mit seinem Tor eine Euphorie im Land erzeugt hat, die die ganze deutsche Mannschaft getragen hat. Und so einen Moment brauchst du, um Kräfte freizusetzen. Ich hoffe und wünsche der deutschen Mannschaft, dass sie diesen Punkt irgendwie erreicht, dass sie über diesen schwierigen Punkt gehen können als Mannschaft – und dann ist irgendwie auch alles möglich.“Lesen Sie auchEine Beschreibung, die durchaus auf den jüngsten 2:1-Sieg der DFB-Elf gegen die Elfenbeinküste passt. Die Folgen werden erst in den kommenden Tagen und Wochen sichtbar, doch Deniz Undavs Siegtor in der Nachspielzeit glich einem Knall und setzte für jedermann sichtbar Energie frei.Zudem bediente das Ereignis vom Samstag gleich mehrere Analogien. Wie beim 1:0 gegen Polen 2006 handelte es sich um das zweite Gruppenspiel der DFB-Elf, wie Neuville (70.) wurde auch Undav (60.) eingewechselt und traf in der Nachspielzeit (90.+1 vs. 90.+4) zum knappen Sieg. Und selbst beim Blick nach vorn zeigt sich eine Parallele. Im abschließenden Gruppenspiel geht es wie 2006 gegen Ecuador.Wer nun vom ganz großen Wurf träumt, sollte allerdings nicht zu tief in den Turnierbaum blicken. „Wer will denn einen Polen-Moment?“, fragte am Sonntag auch Experte Jürgen Klopp bei Magenta TV, „2006 sind wir Dritter geworden.“