Das Hitzewochenende ist schon fast überstanden, aber es wird erst mal so weitergehen mit der Wärme: Der Deutsche Wetterdienst sagt auch für die kommenden Tage vielerorts Temperaturen über der 30-Grad-Marke voraus, im Südwesten könnten es gar bis zu 39 Grad werden. Nur im Norden ist es mit bis zu 29 Grad zunächst etwas kühler, doch von Mitte der Woche an soll es auch dort wieder richtig heiß werden. Frühestens am kommenden Wochenende sei Abkühlung möglich, das sei aber noch unsicher, heißt es.Der Vorteil an einem Hitzewochenende ist, dass für die meisten Menschen keine Kleiderordnung gilt: knappes Badehöschen, bauchfreies Spaghettiträger-Shirt, Hotpants, Flipflops, Käppi, Sonnenbrille, alles ist erlaubt. Der Nachteil an Hitzewerktagen: Es gibt Grenzen, und die steckt zu Beispiel Stefan Düll ab, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. „Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, sich an hochsommerliche Temperaturen angepasst zu kleiden und dabei dennoch Kleidungsstücke zu wählen, die für eine Bildungsstätte angemessen sind“, sagte er der Katholischen Nachrichtenagentur. Schule sei eine andere Situation „als Garten, Park oder Strand“. Die Wahl von angemessener Kleidung sei eine Vorbereitung für das spätere Leben, wenn man „als erwachsener Mensch einschätzen können muss, welche Kleidung auch bei hohen Temperaturen am Arbeitsplatz oder für öffentliche Veranstaltungen angemessen ist“. Denn, merke: Auch ein Büro ist eine andere Situation als ein Freibad oder Baggersee.Drei Menschen nach Bad im Rhein vermisstBadestellen waren am Wochenende naturgemäß gut besucht, das Freibad Gropiusstadt in Berlin-Neukölln musste am Sonntag zwischenzeitlich sogar wegen Überfüllung geschlossen werden. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ruft angesichts der Hitzewelle dazu auf, die Gefahren beim Baden nicht zu unterschätzen. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen, so auch in den vergangenen Tagen: In Oberfranken starb ein 24-Jähriger beim Baden in einem See, im Kreis Karlsruhe ertrank ein 23-Jähriger, in Gelsenkirchen sprang ein 16-Jähriger in den Rhein-Herne-Kanal und tauchte nicht wieder auf. Im Rhein in Hessen werden seit Samstag drei Menschen vermisst, die zum Baden in den Fluss gesprungen waren.Die Hitze der vergangenen Tage brachte auch Gewitter mit sich. Polizei und Feuerwehr hatten deswegen in Teilen der Republik viel zu tun: Umgestürzte Bäume beschädigten Autos und Häuser, Flüsse traten über die Ufer. Größere Schäden blieben aber aus. Auf einem Schützenfestgelände in Ostfriesland stürzte beispielsweise ein Baum auf einen Schaustellerwagen, verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr aus der Gemeinde Ihlow berichtete von einem Einsatz bei einer Hochzeitsfeier. Dort sei ein Festzelt durch den Sturm auf ein Scheunendach geweht worden, die etwa 50 Feiernden blieben unversehrt. In Berlin wurden aufgrund von Unwettern am Sonntag ein Frauen-Tennisturnier sowie der S-Bahn-Verkehr unterbrochen, in Moormerland im Landkreis Leer musste nach Angaben der Polizei am Samstag ein Zeltlager mit etwa 300 Kindern geräumt werden. Weniger Glück hatten Teilnehmer eines Handballfestes in Rastatt südlich von Karlsruhe: Bei einem Blitzeinschlag wurden neun Menschen verletzt, die auf dem Sportplatz gezeltet hatten.Das Southside-Festival in Baden-Württemberg wurde am Freitagabend unterbrochen, und auch am Sonntag musste der Einlass wegen eines heftigen Platzregens zwischenzeitlich gestoppt werden. Silas Stein/dpaDas Southside-Festival im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck musste gleich mehrmals wegen Unwettern pausieren, auch andere Festivals wurden in Mitleidenschaft gezogen. Beim Hurricane-Festival in Scheeßel in Niedersachsen hingegen krachte es nur auf den Bühnen: Dort zog ein Gewitter an den Feiernden vorbei. Gewitter und Regen könnte es auch in den nächsten Tagen geben. Die Meteorologen schließen nicht aus, dass örtlich Unwetter niedergehen.Die schönen Facetten des Sommerwetters durften die Menschen auf Norderney erleben. Am Nordstrand der ostfriesischen Insel ließ sich in der Nacht zu Samstag Meeresleuchten beobachten. Nach einer Beschreibung vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland handelt es sich dabei um ein ganz besonderes Naturschauspiel. An Nord- und Ostsee kann ein Massenauftreten winziger, einzelliger Planktonalgen ein blau-grünliches Aufblitzen auslösen – und dann leuchtet das Meer wie in den Jim-Knopf-Büchern von Michael Ende.