Der Austritt Großbritanniens aus der EU verschaffte dem Rechtsradikalismus enormen Aufwind. Anstatt gegenzuhalten, zog Labour in Sachen Migration mit.
M an sah die Vorzeichen schon im Sommer 2016. In den Wochen nach dem Brexit-Votum kam es zu einer Welle rassistischer und fremdenfeindlicher Zwischenfälle. Polnische Schulkinder wurden als „Ungeziefer“ beschimpft, nichtweiße Menschen auf offener Straße beleidigt. Schon in dem Monat nach dem „Leave“-Votum registrierte die Polizei einen 41-prozentigen Anstieg der fremdenfeindlichen und religiös motivierten Hassverbrechen.
Zehn Jahre später ist rassistische Gewalt zur traurigen Routine geworden. Seit gut zwei Wochen spitzt sich die Lage mit heftigen Krawallen in Belfast, Southampton und anderen Orten noch zu. Randalierer nehmen gezielt Geschäfte und Wohnungen von nichtweißen Bürgern ins Visier, Familien mit Kindern müssen fliehen oder von der Polizei evakuiert werden. Bereits in den vergangenen drei Jahren hatte sich gewaltsamer Rassismus hier zunehmend etabliert.
Ein entscheidender Grund dafür ist der Brexit. Der Austritt Großbritanniens aus der EU brachte in wichtigster Konsequenz den Aufstieg der radikalen Rechten im Vereinigten Königreich mit sich. Es ist zwar richtig, dass nicht alle Warnungen, mit denen die Brexit-Gegner damals so dringlich von einem „Leave“-Votum abrieten, richtig lagen. So brach keine plötzliche wirtschaftliche Apokalypse über das Land herein, nachdem das Resultat am 24. Juli bekannt war. Längerfristig wurde indes klar, wie grandios falsch die Brexit-Anhänger lagen.






