„Schließlich gibt es gerade auch gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, und der AfD, also den Faschisten selbst.“ Diesen Satz sagt der frisch gewählte Co-Vorsitzende der Linken, Luigi Pantisano, am Rande des Parteitags einem Reporter der Bild-Zeitung. Auf der Plattform X sorgt die Aussage prompt für heftige Reaktionen. Es ist nur eine von mehreren Kontroversen, die den Bundesparteitag der Linken in Potsdam begleitetet.
Drei Tage lang diskutiert die Partei über ihre künftige Ausrichtung, wählt eine neue Führung und verabschiedet zahlreiche Anträge. Doch hängen bleiben dürften vor allem jene Momente, die selbst für eine streitfreudige Partei wie die Linke zu einer Last werden könnten.
Notfalls mit der CDU, die „faschistisch“ ist
Nicht nur die heikle Aussage im Bild-Interview, die CDU und AfD machten letztlich beide „faschistische Politik“, sorgt Luigi Pantisano für Irritationen. Während führende Linken-Politiker wie Heidi Reichinnek CDU-Chef Friedrich Merz scharf attackieren und ihn als „Dahergelaufenen“ bezeichnen, erklärt Pantisano im ARD-Morgenmagazin, eine Zusammenarbeit mit der CDU sei denkbar, um die AfD von der Macht fernzuhalten.
Bemerkenswert ist dabei der Widerspruch: Einen Tag nach dem Auftritt im ARD sagt derselbe Politiker sinngemäß, zwischen einer CDU und der AfD gebe es keinen Unterschied. Die Frage drängt sich auf, wie der Parteivorsitz eine Zusammenarbeit mit der CDU gleichzeitig befürworten wie auch ablehnen kann und der Co-Vorsitzende die CDU zugleich in die Nähe der AfD rückt - gegen die er notfalls mit der CDU koalieren würde.










