Der Linkspartei merkt man immer noch die große Erleichterung an, dem politischen Tod entronnen zu sein – und Sahra Wagenknecht. In vielen Statements, in fast jeder zweiten Rede auf dem Potsdamer Bundesparteitag wurden das Wiedererstarken der totgesagten Partei, der starke Aufwuchs junger (darunter sehr vieler weiblicher) Mitglieder, die Wiederkehr von Freundlichkeit und Einigkeit gefeiert. Es ist ganz klar: Diese Partei hat harte Zeiten hinter sich.Und vor sich. Denn was sie nicht losgeworden ist, gar nicht loswerden will, ist ihre starre, dogmatische Weltsicht, die sich nicht nur in der heftigen Debatte über die angeblich „faschistische“ Politik der CDU zeigte, die der neu gewählte Parteivorsitzende Luigi Pantisano vom Zaun brach. „Faschismus“ wird in der Linkspartei ohnehin umstandslos mit allem Möglichen in einen Topf geworfen, als ob der Nationalsozialismus ein Menschheitsverbrechen wie jedes andere gewesen wäre.Absurde Vorwürfe gegen die CDUDoch die Politik der CDU als faschistisch zu bezeichnen, wenn auch auf Nachfrage nur „teilweise“, ist einfach absurd. Pantisano wurde zwar sogleich von Parteifreunden aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt der Kopf gewaschen. Doch es wurde deutlich, dass sich diese Partei mit ihrer Ideologie nicht nur selbst im Weg steht – auch ihr Kampf gegen die AfD, in dem sie sich an vorderster Front sieht (und dort auch fast allein), wird dadurch nicht leichter, sondern schwerer.Denn wenn sie nun ihrerseits eine Brandmauer zur CDU hochzöge (einmal abgesehen vom Unvereinbarkeitsbeschluss der Union), wie wollte sie dann eine AfD-Regierung oder -beteiligung in Magdeburg oder Schwerin verhindern? Eine solche Selbstfesselung hat der Parteitag vernünftigerweise vermieden, die Pragmatiker haben sich vorläufig durchgesetzt.Wie es mit dem zweiten großen Thema der Linkspartei aussieht, dem Widerstand gegen den „sozialen Kahlschlag“ und die „kalte Logik des Profits“, die angeblich in den „rechten“ Parteien herrsche, ist eine andere Frage. Und in dieser Frage sind sich in der Linkspartei alle einig.
Jetzt hat auch die Linke eine „Brandmauer“-Diskussion
In der Linkspartei streiten Dogmatiker und Pragmatiker über Kooperationen mit der CDU. Und ob sie „teilweise faschistisch“ ist.












