PfadnavigationHomePolitikAuslandEdinburghFestnahme nach muslimfeindlichen Angriffen – Britischer Grünen-Chef gibt Musk eine MitschuldStand: 09:00 UhrLesedauer: 3 MinutenDer Chef der „Green Party“, Zack Polanski (Mitte) hat einen wohl muslimfeindlich motivierten Angriff in Schottland verurteiltQuelle: Tom Wilkinson/PA Wire/dpaMit nacktem Oberkörper und einer Waffe in der Hand zog ein 36-Jähriger durch Edinburgh. Fünf Menschen wurden verletzt. Premierminister Starmer zeigte sich bestürzt und beklagte „Hass auf Muslime“ als Motiv. Grünen-Chef Zack Polanski beklagte rechte Hetze, etwa auf Elon Musks Netzwerk X.Wegen mutmaßlich muslimfeindlicher Angriffe mit mehreren Verletzten ist in Schottland ein Mann festgenommen worden. Gegen den 36-Jährigen wurde wegen der Angriffe in Edinburgh ein Strafverfahren eingeleitet, wie die schottische Polizei am Samstag mitteilte. Der Mann werde bald einem Gericht vorgeführt. Für die Öffentlichkeit bestehe „keine weitere Gefahr“.Der Verdächtige soll am Freitag in Edinburgh fünf Menschen verletzt haben. Videoaufnahmen zeigen, wie ein Mann mit nacktem Oberkörper und einer langen Waffe in der Hand durch die Straßen der schottischen Hauptstadt zieht. Unter anderem schlug der Mann auf die Tür eines Restaurants in der schottischen Hauptstadt ein, er randalierte auch in der Nähe einer örtlichen Moschee und verletzte dort zwei Menschen. Ein weiteres Video zeigte offenbar denselben Mann am Boden; er schreit, er wolle, „das Land schützen“, während ein Polizeibeamter ihn festhält. Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt fünf Menschen verletzt, keiner von ihnen erlitt aber lebensgefährliche Verletzungen. Nach Angaben von zwei Organisationen waren mehrere der Angegriffenen Muslime. Premier Starmer beklagt „Hass auf Muslime“Die britische Innenministerin Shabana Mahmood erklärte, sie sei „entsetzt über die Nachricht von dem Angriff in Edinburgh“. „Für Hass und Gewalt gegen Muslime gibt es keinen Platz“, sagte sie. „Ich weiß, dass das nicht dem entspricht, wofür wir als Land stehen.“Lesen Sie auchPremierminister Keir Starmer bezeichnete den Vorfall als „absolut schrecklich“. „Der Verdächtige scheint durch Hass auf Muslime motiviert gewesen zu sein“, schrieb der Premier im Kurzbotschaftendienst X. „Ich werde das nicht tolerieren – er wird die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.“ Schottlands Regierungschef John Swinney erklärte, es gebe „keinen Platz für Gewalt, Rassismus oder Intoleranz“.Der Vorsitzende der Green Party, Zack Polanski, gab auf X rechten britischen Politikern und auch Elon Musk eine Mitschuld an den Ausschreitungen. „Machen wir uns eines ganz klar: Der bösartige, muslimfeindliche Hass von Politikern und ihrem Billionärs-Kumpel Elon Musk schafft den Nährboden für derartige abscheuliche Angriffe.“ Beobachtern zufolge spielte Polanski damit auf Äußerungen von Rechtsaußen-Politikern wie Nigel Farage (Reform UK) und Rupert Lowe (Restore Britain) an. Lesen Sie auchLetzterer hatte jüngst eine privat finanzierte Untersuchung zu den sogenannten „Grooming Gangs“ veröffentlicht, auch WELT hatte über die „Rape Gang Inquiry“ berichtet. Die sogenannten „Grooming Gangs“ waren in Großbritannien vor allem von den späten 1990er-Jahren bis in die 2010er-Jahre hinein in zahlreichen Städten aktiv. Die Täter in den organisierten Netzwerken zur sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen waren überwiegend Männer mit britisch-pakistanischer Herkunft.Ähnliche Töne schlug der Muslim Council of Britain an. In einer Erklärung hieß es, die muslimische Gemeinschaft sei „zu Recht beunruhigt und besorgt“. Die Gewalt sei „eine direkte Folge politischer Rhetorik, die ganze Bevölkerungsgruppen dämonisiert“. Auch auf X wurde der Zusammenhang gezogen: „In derselben Woche, in der Rupert Lowe seinen Schwachsinn über einen „Bericht zu Vergewaltigungsbanden“ verbreitete – in dem fälschlicherweise behauptet wurde, Muslime hätten 250.000 weiße Mädchen vergewaltigt – und in der Elon Musk dies hier (auf X, d. Red) weiterverbreitete, geschieht nun das. Ist irgendjemand überrascht?“, schrieb der Influencer Mehdi Hasan (über zwei Millionen Follower).In Großbritannien hatte es in den vergangenen Wochen wiederholt fremdenfeindliche Ausschreitungen gegeben, jüngst etwa in Belfast, nachdem ein Mann sudanesischer Herkunft einen Iren mit einem Messer schwerst verletzt hatte. krott mit AFP