PfadnavigationHomePolitikAuslandGroßbritannienMord an Henry Nowak – Premier Starmer wirft Musk vor, „Spaltung und Hass“ anzuheizenStand: 14:59 UhrLesedauer: 3 MinutenPolitico-Korrespondentin Anne McElvoy spricht über die Proteste nach einem umstrittenen Polizeieinsatz in Großbritannien und die Vorwürfe einer Ungleichbehandlung weißer Opfer. Der Fall sorgt landesweit für politische Debatten und heizt den Wahlkampf weiter an.Elon Musk versuche, politisch Einfluss zu nehmen und Emotionen anzuheizen, warnt der britische Premierminister Starmer. Der US-Multimilliardär hatte sich via X in die Debatte um den Mord an einem 18 Jahre alten Studenten eingemischt.Gab es via sozialer Medien eine politisch motivierte Einflussnahme aus den USA? Der britische Premierminister Keir Starmer wirft US-Multimilliardär Elon Musk vor, im Fall des von einem Sikh erstochenen weißen Studenten Henry Nowak, 18, die Emotionen anzuheizen. Musk habe sich „in den vergangenen Tagen erneut in unsere Politik eingemischt und versucht, Zwietracht zu säen“, sagte Starmer am Donnerstag vor Reportern in London.Doch dies sei „nicht, wer wir in Großbritannien sind“, fügte der Premier hinzu. In einem „fürchterlichen Fall“ wie dem des ermordeten Studenten Henry Nowak „reagieren wir ruhig, wie es seine Familie getan hat“. Er bezog sich dabei auf einen Aufruf von Nowaks Vater, der Mord an seinem Sohn solle nicht dafür benutzt werden, „Spaltung, Hass und Spannungen“ weiter anzuheizen.Trotz dieses Appells war es am Dienstag in der südenglischen Stadt Southampton zu Ausschreitungen gekommen, bei denen nach Angaben der Polizei elf Beamte verletzt wurden. Der Tech-Unternehmer Musk hat – ebenso wie Protagonisten des rechten Lagers in Großbritannien – den Umgang der Polizei mit dem Mordfall Nowak wiederholt angeprangert. Dazu nutzte er auch seinen Online-Nachrichtendienst X. Der Familie des Opfers bot Musk dort an, eine Klage gegen die Polizei zu finanzieren.Lesen Sie auchAusgelöst worden war die Welle der Entrüstung unter anderem durch ein Video, das während des Prozesses gegen das Mitglied der Religionsgemeinschaft der Sikh publik geworden war. Darin ist zu sehen, dass der schwer verletzte und am Boden liegende Nowak von der Polizei in Handschellen gelegt worden war – anstatt dass sie ihm Hilfe leistete. Der 18-Jährige rief mehrmals „I can't breathe“ („Ich kann nicht atmen“), bevor er das Bewusstsein verlor und starb.21 Jahre Haft für Vickrum DigwaDer 23-jährige Vickrum Digwa wurde am vergangenen Montag wegen des Mordes an Nowak zu einer Haftstrafe von mindestens 21 Jahren verurteilt. Er hatte bei dem Vorfall in Southampton im Dezember mit einem zeremoniellen Messer der Sikh-Gemeinschaft auf Nowak eingestochen. Vorausgegangen war ein kurzes Wortgefecht auf der Straße (WELT hat die Tat in einem Minutenprotokoll dokumentiert). Digwa behauptete beim Eintreffen der Polizei, er selbst sei das Opfer und rassistisch beleidigt worden. Die Videobilder zeigten, dass die Polizisten diese Darstellung des Vorfalls offenbar für bare Münze nahmen und Nowak deshalb die Handschellen anlegten. Der junge Mann erstickte dann noch am Tatort an seinem eigenen Blut.Lesen Sie auchAuf seiner Onlineplattform X richtete Musk in diesem Zusammenhang die Frage an die ihm folgenden Nutzer, ob sie wüssten, „dass die offiziellen Polizeiregularien (in Großbritannien) ihnen vorschreiben, rassistisch gegenüber Weißen zu sein“. Musk bezog sich damit auf die Anti-Rassismus-Richtlinien der britischen Polizei. Zielsetzung des im vergangenen Jahr veröffentlichten Regelwerks ist es vor allem, den Umgang der Polizei mit Schwarzen zu verbessern.Debatte um eine „Zwei-Klassen-Praxis“ der PolizeiDer Chef der britischen Rechtsaußen-Partei Reform UK, Nigel Farage, wie auch der bekannte rechtsradikale Aktivist Tommy Robinson hatten den Fall Nowak wiederholt als Beispiel für eine „Zwei-Klassen-Praxis“ der Polizei benannt, bei der Weiße schlechter behandelt würden als Angehörige ethnischer Minderheiten. Lesen Sie auchStarmer und seine Labour-Regierung bestreiten vehement, dass eine solche „Zwei-Klassen-Praxis“ existiert. Die Führung der britischen Polizei kündigte gleichwohl an, die Anti-Rassismus-Richtlinie zu überprüfen, auch das Verhalten der an dem Fall beteiligten Beamtinnen und Beamten wird aktuell intern überprüft.Musk ist seit Langem ein scharfer Kritiker Starmers. Im vergangenen September forderte der Unternehmer bei einer von Robinson organisierten Großdemonstration in London die Auflösung des Unterhauses und Ablösung der Starmer-Regierung. In Deutschland unterstützt Musk die AfD.AFP/krott