Am 5. Dezember 2025 verabschiedete der Bundestag ein neues Wehrdienstgesetz. Hintergrund ist die veränderte sicherheitspolitische Lage infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Das Ziel: Die Personalstärke der Bundeswehr soll deutlich erhöht werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) setzt zunächst auf Freiwilligkeit. Reicht das nicht, sieht das Gesetz verpflichtende Maßnahmen vor.

Wer sich entziehen möchte, könnte den Wehrdienst verweigern oder gar desertieren – so, wie es der Grünen-Politiker Felix Banaszak für den Fall eines Verteidigungsministers von der AfD vorgeschlagen hat. Empfehlenswert ist das freilich nicht, angesichts der Rechtsfolgen. Neben der Wehrdienstverweigerung, deren Zahlen steigen, gibt es aber auch einen anderen Weg – für eine bestimmte Gruppe. Doppelstaatler könnten schlicht darauf verzichten, Deutsche zu sein.

Verweigerer und Hardcore-Pazifisten

Es gibt sie, die Menschen, die darüber nachdenken oder schlichtweg keine Lust mehr haben, deutsch zu sein. Staatsangehörigkeit ist ein merkwürdiges Konzept: Rechte und Pflichten, die sich an etwas knüpfen, das man sich meistens nicht ausgesucht hat. Bestimmt entweder durch den Geburtsort oder durch die Zugehörigkeit, die Eltern einem mitgeben und eher seltener durch die eigene Wahl. Wer keine Lust mehr auf ein Restaurant hat, muss es nicht länger besuchen. Wer seinen Wohnort nicht mag, kann ihn wechseln, wenn die nötigen Mittel vorhanden sind. Aber kann man auch einfach aufhören, Deutscher zu sein – vor allem, wenn man keine Lust auf die Bundeswehr hat?