Der Prototyp eines noch geheimen Autos überraschte uns vor wenigen Tagen mit einer „Cool down“-Funktion. Die Abkühlung, auf Zuruf aktiviert, gilt nicht etwa den heiß gefahrenen Reifen, sondern dem hitzköpfigen Fahrer. Kleine Elektromotoren heben und senken die Oberfläche der Rückenlehne und sollen so die Atemmuskulatur unterstützen. Zeitgleich erscheinen im Display Anweisungen, die an die Mahnungen einer resoluten Yogalehrerin erinnern. Wir ahnen: Die stets um unsere Sicherheit bemühte Europäische Kommission könnte ein solches System für Neuwagen künftig vorschreiben, schließlich würde es im Straßenverkehr für stabileren Frieden sorgen als Donald Trump auf der Straße von Hormus. Würden im Gegenzug all die vorlaut dauerpiepsenden, bislang vorgeschriebenen Aufpasser abgeschafft, riefen wir: „Deal!“Derlei Vorhaben packt die Europäische Kommission neuerdings meist in einen sogenannten Omnibus. Der soll die Regulierung, die ein bestimmtes Politikfeld betrifft, bündeln. An sich eine gute Idee, nur verspätet sich dieser Bus ähnlich häufig wie jener der Linie 46, der vor dem Redaktionsgebäude hält. Manchmal kommt er auch gar nicht. Die Unzuverlässigkeit hat allerlei Gründe, beispielsweise hindern Straßenblockaden an der Weiterfahrt. Oder die Fahrgäste attackieren sich gegenseitig heftig, was den Fahrer zum Einschreiten zwingt. Dem an der Endhaltestelle Wartenden sei empfohlen: tief einatmen, bis acht zählen, langsam ausatmen. Hilfreich wäre atemaktivierendes Gestühl in manchen Lebenslagen. Zum Beispiel wenn man als Verantwortlicher eines türkischen Fernsehsenders über die Fehlleistung eines Spielkommentators urteilen muss. Murat Ekrem Çimen heißt der Mann, 30 Jahre Sportberichterstattung sprechen für ihn. Und nur eines gegen ihn: Während des WM-Spiels von Iran gegen Neuseeland verwechselte er die Mannschaften, zumindest in den ersten Minuten der Partie, bis er sich vor laufender Kamera korrigierte. Die Konsequenz: Rauswurf. Der arme Mann ist einer Trikottücke aufgesessen. Die Iraner in himmlischem Weiß, die Neuseeländer in diabolischem Schwarz, da kann man zu nächtlicher Stunde schon einmal durcheinanderkommen.Ein wenig Hyperventilieren gehört freilich zu einem spannenden Spiel. Hoffen wir also darauf!