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Wohnungsmarkt: Mehr als jeder zweite Privatvermieter will nicht mehr Ein Großteil der Vermieter überlegt, wegen Regulierung und Bürokratie ihre Immobilien nicht mehr zu vermieten. Für viele lohnt sich offenbar auch die Sanierung nicht.
Christian Ramthun 20.06.2026 - 16:30 Uhr Mehrere Millionen Eigentümer vermieten Wohnungen. Doch die Freude ist vielen vergangen. Foto: imago images In Deutschland verschärft sich die Wohnungsnot. Es werden nicht nur zu wenig Einheiten neu gebaut. So dürfte die Zahl der Fertigstellungen in diesem Jahr auf nur noch 211.000 neue Wohnungen sinken und damit das seit Jahren nicht erreichte Ziel von 400.000 diesmal um fast die Hälfte unterschreiten. Nun droht aber auch im Bestand Ungemach. Denn fast zwei Drittel der privaten Eigentümer überlegen offenbar, sich von der Vermietung zu verabschieden.Das geht aus einer Auswertung der Berliner Humboldt-Universität von fast 24.000 Befragungen für den Eigentümerverband Haus & Grund hervor, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Die Zahlen müssten die Politik alarmieren, da Privatpersonen das Gros aller Wohnungen vermieten. Bei insgesamt 14,6 Millionen vermieteten Wohneinheiten, die im Eigentum von Privatpersonen und Eigentümergemeinschaften sind, besteht damit laut Haus & Grund für gut elf Millionen Wohnungen „ein erhöhtes Rückzugsrisiko“.Bei der Studie gaben 18 Prozent der Befragten an, dass sie „sehr stark wahrscheinlich“ ihre Vermietungstätigkeit ganz oder teilweise aufgeben und Wohnraum verkaufen würden. Weitere 19 Prozent halten dies für „stark wahrscheinlich“ und 24 Prozent für „wahrscheinlich“. Umgekehrt erklärten 35 Prozent, dass ein Rückzug für sie nicht infrage komme.Methodik Immobilienatlas Wo der Kauf sich rechnet Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft, möchte, dass sich das auszahlt. Unser Ranking zeigt es je nach Stadt, sowohl für Kapitalanleger als auch für Selbstnutzer. von Niklas HoyerPolitik schafft schlechte StimmungFür Verbandspräsident Kai Warnecke hängt die schlechte Stimmung bei den privaten Vermietern unmittelbar mit der Politik zusammen. Gegenüber der WirtschaftsWoche warnt der Haus & Grund-Präsident: „Wenn die Politik Eigentümer weiter mit Regulierung, Bürokratie und wirtschaftlichen Risiken überfordert, werden viele ihre Vermietung ganz oder teilweise aufgeben.“Für Warnecke würde ein massenhafter Wohnungsverkauf an institutionelle Investoren negative Folgen für die Beziehungen zu den Mietern haben. Insbesondere könnten dann die Mieten wegen höherer Renditeerwartungen stärker als bisher steigen.Ein Großteil der Vermieter fühlt sich durch das dichte regulatorische Regelwerk massiv in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt. Ganz oben auf der Liste stehen laut Umfrage rechtliche Erschwernisse bei Räumungsverfahren und der Durchsetzung von Zahlungsrückständen sowie Verschärfungen bei Eigenbedarfskündigungen und bei den Nebenkostenabrechnungen.Ein weiteres Ergebnis der Umfrage lautet: Die Mehrheit vermietet lieber unsanierte Objekte mit niedrigeren Kaltmieten. Als häufigsten Grund geben die Eigentümer mit 64 Prozent an, dass sich Modernisierungen für sie finanziell nicht lohnten. Offenbar sind die gesetzlich erlaubten Modernisierungsaufschläge bei der Miete eher unattraktiv.Mit Abstand folgen komplizierte Anforderungen des Mietrechts (37 Prozent) und bürokratische Hürden (35 Prozent). Fast 19 Prozent geben an, eine Investition lohne sich wegen ihres hohen Alters nicht mehr. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick








