Bis vor wenigen Tagen gab es noch Unterschiede in Berlin: Am Mittwoch trug ich in der U-Bahn Jeans, T-Shirt, Hemd – und ich schwitzte ein wenig, obwohl es ein kühler Frühlingstag werden sollte. Sommer war erst für Donnerstag angesagt, Freitag dann Hochsommer – und am Sonntag dann offizieller Sommeranfang.Ich stand schwitzend in der Bahn, auf der einen Seite neben mir eine Frau, deren Rock sehr kurz war. Auf der anderen Seite ein Mann mit dicker Hose, dazu T-Shirt, Strickpullover – und eine wattierte Weste. Mehr Gegensätzlichkeit ging nicht.

Kontrollen

Fast 90 Prozent der Radfahrer ignorieren das Rot an dieser Berliner Kreuzung

Ich schaute mich um: Da waren ganz viele, deren Hosen entweder zu kurz oder deren Jacken zu lang waren. Mir wurde wieder bewusst, wie unterschiedlich wir ticken. Die perfekte Mischung zelebrierte ein Mann mit Gel im Haar und einer eleganten Frau an seiner Seite, die passend gekleidet war. Er aber trug das weiße Hemd mit großem Kragen gleich drei Knöpfe weit offen, sodass viel Brust und Haar zu sehen war, dort hing auch noch eine dicke Sonnenbrille. Allerdings trug er über dieser Mittelmeer-Variante von Outfit noch eine Anzugjacke und einen Mantel.

Das alles ist nun Vergangenheit, die Unterschiede sind weg: Nun ist Sommer und die allermeisten werden wohl nicht mehr frieren. Die Hitze ist ein unbarmherziger Gleichmacher.