Was nach einer Binsenweisheit klingt, ist durch Experimente gut belegt. Eines der bekanntesten führte der Psychologe Marc Berman bereits 2008 an der University of Michigan in Ann Arbor durch. Er schickte Student:innen entweder durch einen Park oder durch die belebte Innenstadt. Das Ergebnis war eindeutig: Nach dem Spaziergang im Grünen stieg die Leistung in Aufmerksamkeits- und Gedächtnistests um fast 20 Prozent.Anzeige

Sanfte Faszination statt Reizüberflutung

Die gängigste Erklärung für diesen Effekt ist die „Attention Restoration Theory“ (ART), auf Deutsch etwa Aufmerksamkeits-Wiederherstellungs-Theorie. Entwickelt wurde sie von den Psychologen Rachel und Stephen Kaplan, ebenfalls an der University of Michigan. Ihre Prämisse lautet, dass unsere Fähigkeit zur bewussten Konzentration eine begrenzte Ressource ist.

Städtische Umgebungen mit ihrem Verkehr, der Werbung und den Menschenmengen überfordern diese Ressource. Die Natur hingegen übe eine „sanfte Faszination“ aus, die unsere Aufmerksamkeit mühelos fesselt, ohne sie zu erschöpfen. Das Betrachten von Blättern im Wind oder Wellen am Strand erlaube dem Gehirn, sich zu regenerieren, so die Forscher:innen.Anzeige

Moderne Technik bestätigt den Effekt