Im Prozess hatten sieben Klägerinnen gegen den Milliardär ausgesagt. Die vorgeworfenen Taten, darunter Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und sexuelle Nötigung, reichten bis ins Jahr 1977 zurück. Schuldig gesprochen wurde er jedoch nur in zwei Punkten: »unsittlicher Übergriff« und sexuelle Nötigung. Drei Vorwürfe einer Klägerin wurden fallen gelassen, weil das Gericht die Aussage der Frau als nicht glaubhaft einstufte. Weitere Anklagepunkte zog die Staatsanwaltschaft mangels Beweisen zurück. Stronach bestritt alle Vorwürfe.Der in Österreich geborene Stronach wurde zu einem der vermögendsten Menschen Kanadas, als er 1957 die Firma Magna gründete und sie zu einem der weltweit größten Lieferanten von Autoteilen aufbaute. Im Alter von 80 Jahren gab der Milliardär die Führung des Unternehmens ab und kehrte in seine Heimat Österreich zurück.Dort sorgte er mit kuriosen Projekten für Aufsehen: mit einem Freizeitpark, den er mitten in einem Überflutungsgebiet bei Wien errichten wollte, einem Konzept für die österreichische Bundesliga, mit dem er seine Heimat zum Fußball-Weltmeister machen wollte, oder dem Energydrink »Frank’s«, der mit dem Slogan »Keeps you yodeling all night long« dem österreichischen Getränkehersteller Red Bull Konkurrenz machen sollte. Alle Projekte scheiterten früher oder später.