PfadnavigationHomePolitikDeutschlandSachsen-Anhalt„Wenn es ernst wird, spielt die Linke im Team Merz“ – BSW kritisiert mögliche Kooperation gegen AfDStand: 12:56 UhrLesedauer: 3 MinutenBSW-Chef Fabio De Masi und Sahra Wagenknecht (v. l.)Quelle: Michael Kappeler/dpaIn Sachsen-Anhalt kann die AfD stärkste Kraft werden. Die Linke zeigt sich auf ihrem Bundesparteitag offen für eine Zusammenarbeit mit der CDU, um das zu verhindern. Die Wagenknecht-Partei hält sie für das „Team Merz“.Die Wagenknecht-Partei kritisiert die Entscheidung der Linken scharf, in Sachsen-Anhalt offen für ein Bündnis mit der CDU zu sein. „Die Linke ist der letzte Rettungsring der CDU. Wenn es ernst wird, spielt sie im Team Merz“, sagte BSW-Chef Fabio De Masi zu WELT.In Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September liegt die AfD derzeit vorn, sie könnte mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund gar die Alleinregierung stellen. Eine Mehrheit für den amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) nach der Wahl könnte auch von Unterstützung der Linken abhängen.Linke-Chefin Ines Schwerdtner sagte auf dem Linke-Bundesparteitag am Freitag, man wolle alles dafür tun, eine AfD-Regierungsbeteiligung zu verhindern. Ihr Co-Chef in spe, der Bundestagsabgeordnete Luigi Pantisano, bejahte im ARD-„Morgenmagazin“ ein mögliches Bündnis mit der CDU, um den vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuften AfD-Landesverband von der Regierung fernzuhalten. Am Samstagnachmittag wollen sich Schwerdtner und Pantisano zum Spitzen-Duo wählen lassen.Lesen Sie auchBSW-Gründerin Sahra Wagenknecht verkündete jüngst, sich bei Einzug ihrer Partei in den Landtag in Sachsen-Anhalt bei einer Ministerpräsidentenwahl enthalten zu wollen. Damit könnte sie dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund den Weg an die Regierungsspitze erleichtern. Laut Fabio De Masi habe sich diese Entwicklung zwischen CDU und Linke schon abgezeichnet. „Die Linke ist zuverlässiger als die Junge Union und verkürzte Merz den Weg zur Kanzlerschaft“, sagte De Masi, der vor seinem Übertritt in die Wagenknecht-Partei selbst jahrelanges Linke-Mitglied war, am Samstag zu WELT. Die Linke habe „im Bundesrat die Aufhebung der Schuldenbremse für Hochrüstung“ mitgetragen, die „Auslöser der Angriffe auf den Sozialstaat“ sei, und Merz beim Rentenpaket zur Mehrheit verholfen. „Dass sie nun ankündigt, den CDU-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt bedingungslos zu wählen, ist fatal“, so De Masi. „Dieser Einheitsbrei macht die AfD nur stärker. Das BSW will Merz stürzen, die Linke wird Merz stützen!“Linke-Politikerin berichtet von „nackter Angst“ im LandDe Masi warb zudem für das Modell eines „demokratischen Neustarts mit einem parteiübergreifenden Ministerpräsidenten“. Dieser müsse mit wechselnden Mehrheiten regieren, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren, die Schulpolitik reformieren und eine Rentenreform nach dem Vorbild Österreichs im Bundesrat anstoßen.Lesen Sie auchIn der Linken ist es umstritten, ob und wie mit der CDU zusammengearbeitet werden sollte. Auf dem Potsdamer Bundesparteitag bat Eva von Angern, Linke-Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, am Freitag um Vertrauen. Man kämpfe darum, „dass es keine rechtsextreme Partei gibt, die unser Land regiert oder mitregiert“, so von Angern. „Sachsen-Anhalt ist unsere Heimat, unsere gemeinsame Heimat, und kein Experimentierfeld für rechtsextreme Ideologen.“Lesen Sie auchViele im Land hätten „nackte Angst“ vor einer AfD-Regierung, so die Linke-Spitzenkandidatin. In Richtung der Gegner einer Regierungsbeteiligung in der Linken sagte von Angern: „Ich möchte nicht am Sonntag nach Magdeburg fahren müssen, mit einem Beschluss dieses Bundesparteitages, der es mir untersagt, mit Demokratinnen und Demokraten anderer Parteien zu reden, um diese Menschen zu schützen.“