Jahrzehntelang wurden in England tausende minderjährige Mädchen Opfer sogenannter „Grooming Gangs“ – Banden, die Kinder gezielt ansprachen, manipulierten, psychisch und körperlich abhängig machten und schließlich sexuell ausbeuteten. Der Begriff ist dabei irreführend und verharmlosend, da er so viel wie Tier- oder Körperpflege bedeutet. Tatsächlich wurden Mädchen sukzessive drogenabhängig gemacht, bedroht, betäubt, verschleppt, vergewaltigt, zum Schweigen gebracht.

Die Tätergruppen bestanden übereinstimmenden Erkenntnissen mehrerer Untersuchungen zufolge überwiegend aus Männern pakistanischer Herkunft. Behörden, Schulen, Kliniken und Lokalpolitiker sahen viel zu lange weg – oftmals aus Angst, als rassistisch zu gelten. Auch deshalb hat es so lange gedauert, bis ein umfassender Bericht vorgelegt wurde. Das hat vergangene Woche der Abgeordnete Rupert Lowe getan. Im Unterhaus legte er die Abgründe offen. Auch Premierminister Keir Starmer muss sich Fragen gefallen lassen.

In einem auf X kursierenden Video aus England berichtet ein 13-jähriges Mädchen vor laufender Kamera von Vorfällen, die an ihrer Schule nach ihren Angaben regelmäßig geschehen. Asiatische Jungen drohten ihr, sagte sie: Komme sie nicht mit, kassiere sie einen Schlag ins Gesicht mit dem Schlagring. Dann verlangten sie sexuelle Handlungen. Ein Einzelfall sei das nicht, das passiere vielen Kindern. Polizei und Lehrer wüssten Bescheid. Die Polizei habe gesagt, sie kümmere sich. Die Schule habe mit Ausschlüssen von 15 Schultagen reagiert. Wie oft das geschehe? „Jeden Tag.“ Wie sie sich fühle? Eingeschüchtert und verängstigt.