Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 25/2026.

An mein erstes Mal beim Trinkgeld erinnere ich mich genau. Das war noch zur D-Mark-Zeit im örtlichen Eiscafé. Da kannten sie mich schon lange; ich kaufte alle paar Tage eine Waffel auf die Hand. Nun saß ich erstmals drinnen am Tisch, löffelte den Mandarino-Becher und fühlte mich ziemlich erwachsen. Bis danach die Serviererin mit der großen Geldbörse kam. Ich nuschelte etwas wie »Ähm … stimmt so« und überließ ihr 50 Pfennig von meinem Wechselgeld. Es fühlte sich blöd an, überheblich. Die Frau machte doch bloß ihren Job, und ich, kurz vorm Schulabschluss, hatte noch nicht mal einen.