PfadnavigationHomeSportFußballWMStarke GesteMit lautem Applaus gedenken die schottischen Fans einem toten FanStand: 02:10 UhrLesedauer: 3 MinutenMit einem Bild auf der riesigen Videoleinwand wurde Donny Strathie (✝76) gewürdigtQuelle: Andrew Milligan/PA Wire/dpaDonny Strathie wollte sich eigentlich einen Herzenswunsch erfüllen und Schottland gegen Marokko im Kilt anfeuern. Doch der 76-Jährige verstarb wenige Tage vor dem Spiel. Im Stadion kommt es zu einer emotionalen Geste.Die Fußballfans in Boston haben mit einer emotionalen Geste dem verstorbenen schottischen Fan Donny Strathie gedacht. In der 76. Minute entbrannte bei der Partie zwischen Schottland und Marokko auf den Tribünen lauter Applaus. Auf der gigantischen Videoleinwand wurde dazu ein Schwarz-Weiß-Foto von Strathie gezeigt. Eigentlich wollte sich Strathie einen Herzenswunsch erfüllen: Im Kilt auf der Tribüne stehen und Schottlands Fußballer bei einer Weltmeisterschaft anfeuern. So wie er es über viele Jahre hinweg bei den Spielen der „Bravehearts“ getan hatte. Strathie konnte sein Ticket für das Spiel gegen Marokko aber nicht einlösen, denn er verstarb wenige Tage zuvor im Alter von 76 Jahren – daher auch der Applaus in der entsprechenden Minute – in Boston, wie der schottische Fußballverband mitteilte. Die Umstände seines Todes sind nicht bekannt.Strathie war laut britischen Medienberichten Teil der Tartan Army, der Fangemeinschaft der schottischen Nationalmannschaft.Trainer Steve Clarke hatte Strathies Familie bereits am Tag vor dem Spiel sein Beileid ausgesprochen. „Bei all den guten Nachrichten, die die WM für Schottland mit sich bringt, ist dies eine sehr traurige Nachricht. Ich weiß, dass es Donnys großer Wunsch war, Schottland wieder bei einer WM spielen zu sehen. Zum Glück hat er noch miterleben können, wie wir ein Spiel gewonnen haben, bevor er verstorben ist“, sagte Clarke. Schottland startete mit einem 1:0 gegen Haiti in die WM.Früher Treffer besiegelt Schottlands NiederlageDas zweite Spiel gegen Marokko ging mit 0:1 (0:1) verloren. Dank eines Tores von Bayern-Wunschspieler Ismael Saibari steht Marokko damit so gut wie sicher im Sechzehntelfinale. Der Halbfinalist von 2022 liegt in der Tabelle nun einen Zähler vor den Schotten. Diese verpassten die Chance, den erstmaligen Einzug in die K.o.-Phase vorzeitig perfekt zu machen.Lesen Sie auchSaibari (2. Minute), der den Medizincheck beim FC Bayern München schon bestanden haben soll, bescherte dem Favoriten vor 64.146 Zuschauern einen Blitzstart. Schon beim 1:1 zum Auftakt gegen Brasilien hatte der 25-Jährige getroffen. Der Traumstart gab den Marokkanern vor den Augen von Star-Coach Pep Guardiola und Fifa-Präsident Gianni Infantino früh Sicherheit. Schottland tat sich schwer, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, weil Marokko aggressiv störte. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte kam der Außenseiter durch John McGinn zur ersten Chance. Da hätte Marokko längst höher führen können.Besonders im Fokus stand Marokkos Kapitän Achraf Hakimi, der bei Ballbesitz ausgebuht wurde. Wenige Stunden vor Anpfiff wurde bekannt, dass der Profi von Paris Saint-Germain wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs vor Gericht muss. Hakimi bestreitet die Anschuldigungen.Nach der Pause wurde das Spiel deutlich körperbetonter. Immer wieder wurde das Spiel wegen kleinerer Fouls unterbrochen. Großchancen hatten weiterhin nur die Afrikaner: Erst wurde ein Schuss von Saibari abgefälscht und klatschte auf die Latte, dann rettete Schottland-Keeper Angus Gunn gegen Bilal El Khannouss. Die Effizienz war die große Schwachstelle im Spiel der Marokkaner, die das knappe Ergebnis verwalteten.luwi mit dpa