Als wir Florian Stepper am Spree-Ufer vor dem Funkhaus in Oberschöneweide auf eine Apfelschorle und ein Radler treffen, sieht er ein bisschen aus wie ein junger George Harrison, circa 1968. Und er erzählt uns von dem Turm in Andalusien, in dem sein neues Album „Teenage Prose“ zum Teil entstanden ist. Ein kleiner Turm von zwei Stockwerken im Cabo de Gata in der andalusischen Provinz Almería im Südosten Spaniens. „Eine Art Einsiedelei mit einem kleinen Wohn- und Schlafraum“, sagt Stepper. „Der Turm steht komplett abgelegen in den Bergen, ohne Strom, mit einem Wassertank.“
Die ersten Tage im Turm seien immer wie ein Durchatmen, so Stepper. Auszeit von Berlin. „Dann kommt oft eine Unruhe auf, weil man so viel Zeit hat. Aber nach ein paar Tagen setzt eine komplette Ruhe ein, in der man die Zeit vergisst.“ Nur nachts sei es dann manchmal unheimlich im Turm. „Wenn man die Schüsse der Jäger hört, die dort Hasen und Rebhühner schießen.“ Für das Album (besonders die Texte und die Vocals) hat Stepper fünfmal in jenem Turm gehaust. Dann hat er sich selbst bekocht mit Kräutern, Obst und Gemüse aus dem Garten um den Turm herum. Wildthymian, Rosmarin, Granatäpfel, Feigen und Pfirsiche wachsen dort unter anderem. Und Stepper gärtnert mit Passion: „Das Graben in der Erde tut einfach wahnsinnig gut.“








