Knall beim EV Zug: Der Sportchef Reto Kläy muss nach zwölf Jahren gehenDer EV Zug trennt sich vom Manager Reto Kläy. Der Zeitpunkt überrascht – Kläy soll sich intern kritisch zur Ausrichtung des Vereins geäussert haben. Sein Nachfolger steht bereits fest.19.06.2026, 18.43 Uhr3 LeseminutenNach zuletzt enttäuschenden drei Jahren folgt im EV Zug ein Wechsel im Management.KEYSTONEEs ist ein Sommergewitter, welches gerade über den EV Zug wegfegt: Am Freitag wurde die Mannschaft darüber informiert, dass der Klub die Zusammenarbeit mit dem Sportchef Reto Kläy beendet hat. Kläy, 47, war der dienstälteste Manager der Liga; unter seiner Führung gewann der EVZ 2021 und 2022 die Meisterschaft. Er soll sich intern kritisch gegenüber der Ausrichtung des Klubs und der Zusammenarbeit mit dem Athletikzentrum Oym geäussert haben, was den Verwaltungsrat um den Präsidenten Hans-Peter Strebel offenbar dazu brachte, über Kläy den Daumen zu senken.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Dabei hatte Kläy offenbar nur die von den Spielern geäusserten Kritikpunkte in den Exit-Meetings nach einer weiteren enttäuschenden Saison wiedergegeben. Offenbar beklagten sich mehrere Akteure über die aktuelle Kultur im Verein. Der EVZ scheiterte 2024 und 2025 je im Play-off-Viertelfinal. Platz 8 in der Qualifikation bedeutete im Frühjahr die schlechteste Klassierung seit 2014 – als Konsequenz wurde damals Kläy vom SC Langenthal abgeworben. Er baute Meisterteams auf, hatte zuletzt aber weniger Fortune bei seinen Personalentscheiden. Bei den Ausländern griff der EVZ zuletzt zu oft daneben; 2025 wurde das schwedische Trio Carlsson/Hansson/Olofsson aus laufenden Verträgen heraus verabschiedet. Eine Besserung brachte die radikale Massnahme nicht. Und im Januar entliess der Klub hastig den Trainer Michael Liniger. Unter dessen Nachfolger Benoît Groulx wurde wenig besser.Stefan Kaiser / CH MediaIm März sagte Kläy nach einem abermals frühen Saisonende: «Natürlich hinterfragt man sich und seine Entscheidungen. Man weiss nie, wie es herauskommt, der Sport ist so unberechenbar. Und ich habe sicher nicht die Illusion, nie Fehler zu machen. Im Sport scheint nicht immer nur die Sonne. Manchmal ist es auch dunkel und neblig.» Und angesprochen auf die zunehmende Kritik an seiner Person: «Als wir die erste Meisterschaft gewonnen haben, wusste ich, dass viele der Leute, die mir in jenem Moment auf die Schulter klopften, irgendwann mit dem Finger auf mich zeigen werden. Das gehört zum Geschäft, wer das nicht aushalten kann, ist am falschen Ort. Aber klar beschäftiget es dich, wenn es nicht läuft. Mir hat auch die Entlassung von Liniger leidgetan. Man kann sagen, dass er ein Bauernopfer war. Es war nicht sein Fehler, dass wir so viel Mühe bekundeten. Irgendwann wird es ein Teufelskreis.» Und auch: «Ich habe das Gefühl, dass meine Mission in Zug noch nicht abgeschlossen ist.»Das sah der Verwaltungsrat nun offenkundig anders. Mitte Juni ist ein eigenartiger Zeitpunkt für eine Trennung – zumal Kläy erst Ende April mit dem Finnen Lauri Marjamäki einen neuen Coach eingestellt hatte. Und dafür sogar eine Ablöse an den EHC Kloten überwies. Zuletzt konzentrierte sich der Manager auf dem Ausländermarkt auf die Suche nach einem neuen Nummer-1-Center.Nachfolger Kläys wird der bisherige Nachwuchschef Ted Suihkonen, ein amerikanisch-schwedischer Doppelbürger, dessen Beförderung überrascht.Passend zum Artikel
Sportchef Reto Kläy muss gehen: Knall beim EV Zug nach interner Kritik
Der EV Zug trennt sich vom Manager Reto Kläy. Der Zeitpunkt überrascht – Kläy soll sich intern kritisch zur Ausrichtung des Vereins geäussert haben. Sein Nachfolger steht bereits fest.






