PfadnavigationHomeSportFußballTV-ExpertenKlopp und Müller umstritten, doch der Plan von Magenta TV geht aufVeröffentlicht am 19.06.2026Lesedauer: 4 MinutenAm Spielfeldrand gibt es prominente Fußballmomente: All wollen Jürgen Klopp umarmen und drücken. DieSpiel-Analyse über Kane, Bellingham und Kroatiens Altstar Luka Modrić mit Johanns B. Kerner gerät zur Nebensachen.In Sachen Aufmerksamkeit liegen die Experten von Magenta TV nach den ersten WM-Tagen mit großem Abstand vor ARD und ZDF. Sogar die „New York Times“ berichtete. Über die fachliche Expertise der Protagonisten sagt das aber nur bedingt etwas aus.An Jürgen Klopp kommt keiner vorbei. Der ehemalige Trainer dominiert das bisherige TV-Geschehen der Fußball-Weltmeisterschaft wie kein anderer. Vor allem im Zusammenspiel mit Thomas Müller sorgt der nun als TV-Experte arbeitende Klopp für Schlagzeilen und polarisiert mit seinen Sprüchen, die sogar international für Aufsehen sorgen. Klopp wirkt geradezu aufgedreht, wenn er in seinem Nebenjob vor der Kamera arbeitet. Hauptberuflich ist er als weltweit zuständiger Fußball-Chef von Red Bull tätig. Noch – um ein Wort zu nutzen, das für besonders viel Wirbel gesorgt hat.Die „Noch“-Debatte sorgt für AufregungAls es vor dem ersten deutschen Spiel um die Aufstellung gegen Curaçao ging, sagte Klopp: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf“ – und schob schließlich das inzwischen viel zitierte „noch“ hinterher. „Kloppooooo“, sagte Müller: „Wir haben Juni. Du bist schon im September.“ Beide amüsierten sich über den Dialog, der implizierte, dass Nagelsmann nach der WM nicht mehr für die DFB-Elf verantwortlich sein könnte.Kurioserweise kassierte der ehemalige Trainer der Bundesligisten Mainz 05 und Borussia Dortmund sowie des FC Liverpool dafür auch Kritik von anderen TV-Experten. Klopps saloppe Formulierung sorgt damit für einen neuen Trend, wenn sich nun die Kollegen gegenseitig beurteilen und nicht mehr nur Spiele und Spieler.Stefan Effenberg sagte zum „noch“: „Das geht nicht, er spricht vor einem Millionen-Publikum. Auch mit dem Lachen hinten raus.“ Der für Sport1 tätige Ex-Nationalspieler kritisierte im „Doppelpass“: „So einen Spruch kannst du mit einem Bierchen an der Bar machen, wenn du allein bist. Aber nicht vor einem Millionen-Publikum, das ist ein absolutes No-Go.“Lesen Sie auchKritik kam auch von Lothar Matthäus, der unter anderem für die Fernsehsender Sky und RTL als TV-Experte arbeitet. „Das war eine Aussage, die meiner Meinung nach auch überflüssig war“, sagte der deutsche Fußball-Rekordnationalspieler. Sogar die „New York Times“ berichtete über die Kontroverse.Klopp findet sich selbst „dämlich“Immerhin, Klopp zeigte sich selbstkritisch. „Ich hätte mir dafür aufs Maul hauen können, aber das war schon zu spät, und ich war im Fernsehen“, sagte der prominente Telekom-Mitarbeiter vor laufenden Kameras im Beisein von Nagelsmann am Sonntag nach dem Curaçao-Spiel: „Das ist flapsig rausgerutscht.“ Er habe festgestellt: „Ich werde übermorgen 59 und bin immer noch dämlich. Aber es ist einfach passiert.“Sportdirektor Rudi Völler sagte, Klopp und Müller seien offenbar „mehr für die Komik zuständig“. Was bei Klopps TV-Experten-Debüt während der WM 2006 für das ZDF noch erfrischend und humorvoll wirkte, erscheint nun hart an der Grenze zum Klamauk – und manchmal darüber hinaus.Klopp und Müller wissen sich selbst zu inszenieren und sorgen für einen enormen Werbewert. Sie erwecken den Eindruck, dass Pointen wichtiger als Analysen sind. Viele Fans lieben das und amüsieren sich prächtig. Allerdings wird es das Duo Klopp/Müller nach Informationen der dpa in den folgenden WM-Wochen seltener bei MagentaTV zu sehen geben. Das war schon langfristig so geplant, heißt es. Am Montag beim Spiel Argentinien gegen Österreich (19.00 Uhr) soll der nächste gemeinsame Auftritt sein. Und spätestens beim Finale sind Klopp und Müller mit den anderen Telekom-Experten im Einsatz.Das Kalkül der Telekom mit den namhaften Experten scheint aufzugehen. Bereits bei der Vorstellung des flotten Duos war TV-Chef Arnim Butzen glücklich und sagte: „Das war schon beste Unterhaltung mit viel Fußball-Verstand.“ Jetzt kommentierte er: „Jürgen Klopp, Thomas Müller, Mats Hummels, Tabea Kemme, Robert Andrich, Patrick Ittrich und Jonas Hofmann performen als MagentaTV-Experten ausgezeichnet.“Klopp selbst hatte im Vorfeld des Turniers in Nordamerika erklärt: „Ich halte mich jetzt nicht für den größten Experten, wenn es darum geht, jeden Spieler jeder Nation bis ins Detail beschreiben zu können.“ Und zur Zusammenarbeit mit Müller sagte er: „Wir gehören schon zur Unterhaltungsseite.“Zwei Ex-Weltmeister necken sich im ZDFAuch Müller selbst setzte seine Ankündigung um. „Klare Kante und das offene Visier“, bezeichnete er als seine Stilmittel. Ein süffisanter „Spruch, der mal zwickt, der mal nicht so gut gefällt“, gehöre bei ihm dazu.So redselig Klopp bei seiner Nebentätigkeit ist, so wenig auskunftsfreudig ist er sonst in seinem Job als Fußball-Chef von Red Bull. Jetzt kam er nicht umhin, sich bei MagentaTV zu äußern, nachdem sich während der ersten WM-Woche mit RB Leipzig der wichtigste Club des Brauseherstellers von Trainer Ole Werner getrennt hatte: „Wir sind ja beratend tätig als Global-Team. Wir waren in der Entscheidungsfindung mit dabei. Wir haben die Saison analysiert.“Das Auftreten der TV-Experten hat sich seit Klopps Premiere vor zwanzig Jahren geändert. ZDF-Sportchef Yorck Polus sagte dazu: „In der heutigen medialen Welt geht es um Aufmerksamkeit.“ Insofern scheint die Telekom alles richtig gemacht zu haben mit der Verpflichtung der meinungsstarken Experten.Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender sorgen mit ihren Experten-Riegen für deutlich weniger Aufmerksamkeit. Unterhaltsam sind am ehesten die sich neckenden Ex-Weltmeister Per Mertesacker und Christoph Kramer im ZDF. Mit den beiden Sprücheklopfern Klopp und Müller können aber auch die anderen Telekom-Experten um Mats Hummels nicht mithalten.lwö/dpa
WM 2026: Klopp und Müller kontrovers, doch der Plan von Magenta TV geht auf - WELT
In Sachen Aufmerksamkeit liegen die Experten von Magenta TV nach den ersten WM-Tagen mit großem Abstand vor ARD und ZDF. Sogar die „New York Times“ berichtete. Über die fachliche Expertise der Protagonisten sagt das aber nur bedingt etwas aus.












