Berichte: Waffenruhe zwischen Israel und Hizbullah Israel und die mit Iran verbündete Hizbullah-Miliz in Libanon haben sich auf eine Waffenruhe ab 16 Uhr Ortszeit (15 Uhr deutscher Zeit) geeinigt. Das berichten die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters übereinstimmend unter Berufung auf einen ranghohen US-Regierungsvertreter. „Unseres Wissens gilt zwischen Israel und der Hizbullah nach dem heutigen Feuergefecht nun ein Waffenstillstand", sagte er laut Reuters. Die Waffenruhe sei demnach von amerikanischen und qatarischen Verhandlern mit Unterstützung von Iran ausgehandelt worden. Iran knüpft laut Hizbullah weitere Gespräche mit USA an Waffenruhe Iran hat der libanesischen Hizbullah-Miliz zufolge die Fortsetzung von Gesprächen mit den USA an die Umsetzung einer umfassenden Waffenruhe geknüpft. Dies habe die Führung in Teheran der mit ihr verbündeten Miliz mitgeteilt, sagt der Hizbullah-Abgeordnete Hassan Fadlallah der Nachrichtenagentur Reuters. Fadlallah forderte zudem die libanesische Regierung auf, direkte Verhandlungen mit Israel abzulehnen, solange die israelischen Angriffe auf Ziele im Libanon andauerten. Washington trage die Verantwortung dafür, dass Israel seine Angriffe einstelle und die Bedingungen des Rahmenabkommens mit Iran umsetze. Das Abkommen sieht einen Stopp aller Kämpfe vor, auch in Libanon. Netanjahu wirft Hizbullah Bruch der Waffenruhe vor Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach eigenen Angaben die Armee angewiesen, hart gegen die libanesische Hizbullah-Miliz vorzugehen. Netanjahu begründete dies auf X mit einem „abscheulichen Angriff der Hizbullah“, der einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe darstelle. Israel werde keine Angriffe auf seine Soldaten oder sein Territorium dulden, so Netanjahu. Die Hizbullah werde für ihre Angriffe einen sehr hohen Preis zahlen. Die Armee werde alles tun, um jede Bedrohung der Streitkräfte und des Territoriums abzuwehren. EU-Gipfel berät am Freitag auch über Lage am Golf In Brüssel haben die Staats- und Regierungschefs der EU am Freitag ihr Gipfeltreffen fortgesetzt. Am zweiten Tag des Treffens soll es um den nächsten mehrjährigen EU-Haushalt ab 2028 sowie die Lage in der Golfregion gehen. Mit Blick auf Israel wird es darum gehen, ob die Staats- und Regierungschefs sich darauf einigen, Sanktionen gegen den rechtsextremen israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir zu verhängen. Am Donnerstag hatten die Gipfelteilnehmer eine Verlängerung der Sanktionen gegen Russland um zwölf Monate beschlossen und sich darauf verständigt, in den Handelsbeziehungen zu China vorerst weiter auf Dialog zu setzen. Rechtsextreme Minister in Israel: „Tor zur Hölle“ in Libanon öffnen Die beiden rechtsextremen israelischen Minister, Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir, haben nach dem Tod von vier Soldaten im Südlibanon harte Vergeltungsmaßnahmen gefordert. Finanzminister Smotrich erklärte auf X: „Zeit, mit Feuer zu sprechen. Die Pforten der Hölle zu öffnen.“ Polizeiminister Ben-Gvir forderte auf X, dass für jede Träne einer israelischen Mutter tausend libanesische Mütter weinen müssten. „Der ganze Libanon muss brennen!“, schrieb Ben-Gvir. Im Nahen Osten gewinne man nicht mit maßvollen Reaktionen und Zurückhaltung – „man muss durchdrehen. Vernichten. Den Terror zerschlagen.“ Die oberste Pflicht sei, die Bürger Israels und die Soldaten zu schützen, und diese Verpflichtung habe Vorrang vor allen anderen Erwägungen. Iranische Sängerin zu Peitschenhieben verurteilt Nach einem Online-Konzert ohne Kopftuch ist eine bekannte iranische Sängerin am Donnerstag zu körperlicher Züchtigung verurteilt worden. Die Sängerin Parastu Ahmadi und acht Mitglieder ihrer Band sowie ihres Produktionsteams seien von einem Strafgericht in der Provinz Ghom zu 74 Peitschenhieben und einem zweijährigen Reise- und Berufsverbot verurteilt worden, berichtete die Zeitung „Emtedad“. Gegen das Urteil können noch Rechtsmittel eingelegt werden. Im Gerichtsbeschluss heißt es, die Gruppe habe „vulgäre und unmoralische Inhalte“ online verbreitet. Ahmadi streamte im Dezember 2024 ein Konzert mit ihrer Band aus einer Karawanserei auf Youtube und verstieß damit gleich gegen mehrere Gesetze im Iran: Öffentliche Auftritte von Sängerinnen sind in der Islamischen Republik verboten, zudem trat Ahmadi ohne Kopftuch und in einem Kleid auf. Eine Aufnahme des Konzertes zählt derzeit bei Youtube fast 3 Millionen Aufrufe.Frankreich fordert Ende israelischer Angriffe in Libanon Frankreich fordert von Israel die Beendigung seiner Angriffe in Libanon. Die USA müssten hierbei Druck auf Israel ausüben, sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot dem Sender franceinfo am Freitag. Frankreich arbeite weiterhin daran, eine internationale Konferenz zur Unterstützung der libanesischen Armee abzuhalten, fügte er hinzu. Israel hatte am Donnerstag erklärt, es schließe Angriffe über eine militärische Kontrollzone im Südlibanon hinaus nicht aus. Damit wird das Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran, das die Achtung der Souveränität des Libanon vorsieht, infrage gestellt. Mit Blick auf die geplante Aufhebung aller Sanktionen gegen Iran sagte Barrot: Sein Land werde einer Lockerung nur zustimmen, wenn die Gespräche über das iranische Atomprogramm die französischen Erwartungen erfüllten. Es werde keine Stabilität in der Region geben, solange die Gespräche zwischen den USA und Iran die Fragen rund um das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung von Stellvertretern nicht klärten. „Wir brauchen einen radikalen Kurswechsel seitens Irans.“ Frankreich ist als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats eine der fünf Vetomächte. Libanon: Mindestens 18 Tote bei israelischen AngriffenBei israelischen Angriffen im Süden Libanons sind nach libanesischen Angaben mindestens 18 Menschen getötet worden. 33 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut am Freitag mit. Israel meldete seinerseits den Tod von vier seiner Soldaten. Vier weitere Soldaten wurden bei einem Drohnenangriff verletzt. Alle Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Libanon bleibt die Schwachstelle im Abkommen zwischen den USA und Iran: Das bilaterale Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA sieht zwar eine umfassende Beendigung der militärischen Konflikte in der Region vor, enthält aber keine explizite Klausel über einen Abzug der israelischen Truppen. Die Hizbullah-Miliz ist der wichtigste Verbündete Irans in der Region. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag die von der Armee errichtete „Sicherheitszone“ in Südlibanon als Barriere zwischen der Hizbullah und den Bürgern und Gemeinden in Nordisrael bezeichnet. Israel werde sich nicht zurückziehen, solange es seine Sicherheitsbedürfnisse erforderten. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal hingegen als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein. Schwere Gefechte zwischen Hizbullah und IsraelTrotz der Vereinbarung zwischen den USA und Iran ist es abermals zu schweren Zusammenstößen im Süden Libanons gekommen. Hizbullah-Raketen sollen ein Militärfahrzeug zerstört haben, außerdem wird von israelischen Verlusten nach Angriffen mit Bomben an Straßenrändern und Panzerabwehrraketen berichtet. Israelische Kampfflugzeuge führten mehrere Angriffe um Nabatieh durch, heißt es. Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden dabei 16 Menschen getötet. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.Schweiz: Gespräche zwischen USA und Iran abgesagtDie für diesen Freitag geplanten Gespräche zwischen den USA und Iran wurden dem Schweizer Außenministerium zufolge abgesagt. Das Treffen auf dem Bürgenstock in der Nähe von Luzern finde nicht statt, teilte das Ministerium am Freitagmorgen mit. Dort sollten die Unterhändler beider Seiten über einen dauerhaften Waffenstillstand verhandeln. Die Schweizer Regierung fügte etwas später hinzu, dass die Verhandlungen „verschoben“ seien.US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian haben bereits ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das die im April verkündete Waffenruhe verlängert und unter anderem eine Öffnung der Straße von Hormus vorsieht. Für die anschließenden Verhandlungen wurde eine Frist von 60 Tagen gesetzt. US-Vizepräsident J.D. Vance hatte seine Teilnahme abgesagt. Zuvor hieß es, seine Abreise verzögere sich.Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars hatte auch die Delegation aus Teheran die Reise abgesagt, weil Israel sich weiterhin nicht aus Südlibanon zurückgezogen hatte. In der Nacht gab es zwischen der Hizbullah und Israel abermals schwere Gefechte, wird berichtet.Ursprünglich war vorgesehen, dass sich Delegationen aus Iran und den USA bereits am Freitag treffen, um über ein dauerhaftes Ende des Krieges zu verhandeln. Vance sagte am Donnerstagabend, die Verhandlungen würden stattfinden, ließ aber den Zeitpunkt offen. „Unser Plan ist es, in die Schweiz zu fahren. Ich weiß nicht genau wann.“ Er gehe davon aus, dass die technischen Verhandlungen irgendwann an diesem Wochenende starten könnten. Sabrina FrangosVance reist vorerst nicht zu Verhandlungen in die SchweizUS-Vizepräsident J.D. Vance wird vorerst nicht für Verhandlungen mit Iran in die Schweiz reisen. Stand jetzt werde er in der Nacht zu Freitag (Ortszeit) nicht wie ursprünglich vorgesehen in die Schweiz fliegen, sagte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur am späten Donnerstagabend (Ortszeit). „Die Logistik für diese Verhandlungen war noch nie einfach oder vorhersehbar.“ Ob oder wann die Reise stattfinden soll, blieb zunächst unklar.Eigentlich war vorgesehen, dass sich Delegationen aus Iran und den USA bereits heute treffen, um über ein dauerhaftes Ende des Krieges zu verhandeln. Vance sagte später, die Verhandlungen würden stattfinden, ließ aber den Zeitpunkt offen. „Unser Plan ist es, in die Schweiz zu fahren. Ich weiß nicht genau wann.“ Er gehe davon aus, dass die technischen Verhandlungen irgendwann an diesem Wochenende starten könnten.Philipp von ReinersdorffUSA heben Blockade iranischer Häfen aufDie US-Armee hat nach eigenen Angaben nach mehr als zwei Monaten ihre Blockade iranischer Häfen aufgehoben. „Heute haben die US-Streitkräfte die Blockade für den gesamten Schiffsverkehr, der iranische Häfen und Küstengebiete anläuft oder verlässt, aufgehoben“, erklärte das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom am Donnerstag im Onlinedienst X. US-Kriegsschiffe würden jedoch „in dem Gebiet bleiben, um sicherzustellen, dass alle Teile der Vereinbarung eingehalten werden“.US-Vizepräsident J.D. Vance sagte vor Journalisten im Weißen Haus, die US-Armee habe am Donnerstag „mehr als ein Dutzend Schiffe unsere Seeblockade passieren lassen“. Damit erfülle Washington seinen Teil der Vereinbarung.Philipp von ReinersdorffNetanjahu schließt Truppenabzug aus Libanon vorerst ausIsraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat einen Truppenabzug aus Südlibanon bis auf weiteres ausgeschlossen. Netanjahu bezeichnete in einer Rede die von der Armee errichtete „Sicherheitszone“ als Barriere zwischen der Hizbullah-Miliz in Libanon und den Bürgern und Gemeinden in Nordisrael. Israel werde sich nicht zurückziehen, solange es seine Sicherheitsbedürfnisse erforderten. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal hingegen als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.Das Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA sieht zwar eine umfassende Beendigung der militärischen Konflikte in der Region vor, enthält aber keine explizite Klausel über einen Abzug der israelischen Truppen.Philipp von ReinersdorffTrump: Erwarte Waffenstillstand an allen FrontenUS-Präsident Donald Trump hat abermals betont, dass er nach dem unterzeichneten Rahmenabkommen mit Iran einen „vollständigen Waffenstillstand an allen Fronten, einschließlich Libanon, Hizbullah und Israel“ erwarte. Die Aktienmärkte würden „lieben, was passiert“, und die Ölpreise stark sinken, schrieb Trump am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social.Philipp von ReinersdorffKhamenei billigt Verhandlungen zwischen Iran und USAIrans geistliches Oberhaupt Modschtaba Khamenei billigt ein von den Präsidenten Irans und der USA unterzeichnetem Rahmenabkommen trotz eigener Vorbehalte. Er habe Zusicherungen von Präsident Massud Peseschkian und anderen ranghohen Vertretern erhalten, dass die Rechte Irans und die Interessen der „Widerstandsfront“ gewahrt blieben, erklärt Khamenei. In einer schriftlichen Botschaft an die Nation heißt es, Peseschkian trage als Chef des Nationalen Sicherheitsrates die Verantwortung für den Schutz der iranischen Interessen. Der Präsident habe zugesichert, bei überzogenen Forderungen der Regierung in Washington nicht nachzugeben. Direkte Verhandlungen mit den USA bedeuteten zudem nicht, die Position des Feindes zu akzeptieren, erklärt Khamenei.Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Liveblog Irankrieg: USA verkünden Waffenruhe zwischen Israel und Hizbullah | FAZ
Vereinbarung soll seit 15 Uhr deutscher Zeit gelten +++ Libanon: Mindestens 18 Tote bei israelischen Angriffen +++ Frankreich fordert Ende israelischer Angriffe in Libanon +++ alle Entwicklungen im Liveblog











