Die gesperrte Bonner Nordbrücke muss abgerissen werden. Das teilte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am Freitag in Bonn mit. Der Schaden an dem Bauwerk sei noch größer als angenommen, sagte Schnieder nach der zweiten Sitzung eines Lenkungskreises von Bund, Land und Kommunen.„Das Schadensbild an der linksrheinischen Vorlandbrücke hat sich so verschlechtert, dass eine Öffnung der Brücke sowohl für den Lkw- als auch für den Pkw-Verkehr nicht mehr infrage kommt“, so der CDU-Politiker. Diese ist ein rund 660 Meter langes Teilstück der Friedrich-Ebert-Brücke.Die Autobahnbrücke über den Rhein ist Teil einer der wichtigsten Verkehrsachsen in der Region und wurde von rund 100.000 Fahrzeugen täglich genutzt. Das aus den 1960er Jahren stammende Bauwerk war Anfang Juni wegen Schäden gesperrt worden. Bereits seit Februar galt ein Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Durch die Sperrung verlängern sich die Fahrzeiten in der Region erheblich. Einem Bericht des WDR zufolge benötigten Autofahrer in Fahrtrichtung Bonn mitunter bis zu 50 Minuten länger, in der Gegenrichtung rund 30 Minuten. Neubau der Nordbrücke soll in zwei Jahren stehen Während in südlicher Richtung mit der Konrad-Adenauer-Brücke die nächste Rheinquerung nur rund einen Kilometer entfernt ist, ist der Verkehr im Norden gezwungen, weiträumig über die Rodenkirchener Brücke der A4 im Kölner Süden auszuweichen. Schnieder sagte, Ziel sei es, dass die Autobahn 565 an dieser Stelle so schnell wie möglich wieder befahren werden könne. Bis es so weit ist, wird es aber einige Zeit dauern. Im Juli dieses Jahres soll der Zuschlag für den Abriss des Teilstücks vergeben werden, die Arbeiten sollen noch im selben Monat beginnen. Ausschreibung und Vergabe für den Ersatzneubau sollen ebenfalls noch dieses Jahr erfolgen.Es sei mit einer Bauzeit von zwei Jahren zu rechnen, ergänzte Schnieder. Es gebe berechtigte Hoffnung, dass der Verkehr Ende 2028 wieder fließen könne. Der Minister hatte zuletzt bereits betont, dass der Bund für Brückensanierungen in den nächsten Jahren ausreichend Mittel zur Verfügung hat. Sie hätten eine hohe Priorität.Der öffentliche Personennahverkehr in Bonn ist wegen der Brückensperrung vorübergehend kostenlos, wie der Stadtrat beschloss. Fahrten im Stadtgebiet mit Bussen, Straßen- und Stadtbahnen sind zunächst bis Ende Juni ohne Fahrschein möglich, wie die Stadtwerke mitteilen. „Wir möchten ein Anreizsystem setzen, damit so viele Menschen wie irgendwie möglich den ÖPNV nutzen“, sagte Oberbürgermeister Guido Deús (CDU).Auch weitere Maßnahmen brachte der Rat auf den Weg: Unter anderem sollen geplante andere Bauvorhaben auf den Prüfstand kommen und mehrere Strecken sollen für Autos mehrspurig werden. Für Radfahrer soll es Alternativrouten geben. Die Stadtverwaltung hat die Homeoffice-Regelung für ihre Beschäftigten ausgeweitet. (Reuters, dpa, Tsp)
Bis zu 50 Minuten Umweg für 100.000 Autos täglich: Marode Bonner Nordbrücke muss abgerissen werden
Das Bauwerk aus den 60er Jahren ist nicht zu retten, teilte Bundesverkehrsminister Schnieder mit. Der Neubau soll bis Ende 2028 fertig werden.
Bonner Nordbrücke (100.000 Fahrzeuge täglich) wird abgerissen, Neubau Ende 2028; bis dahin täglich bis zu 50 Minuten Umweg. Kritischer Impact auf Logistik und Remote-Work-Planung für Tech-Firmen der Rhein-Region.











