Bundesrat baut die Armee um: Sie soll Sabotageakte und Drohnenangriffe abwehren könnenDie Schweizer Armee soll von der Ausbildungs- zu einer Einsatzarmee werden. Dafür soll sie ihre Struktur verschlanken, die Zahl der höchsten Offiziere verkleinern sowie ein Drohnenbataillon aufbauen.19.06.2026, 14.00 Uhr2 Leseminuten

Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Im Januar gab der Bundesrat bekannt, dass sich die Schweizer Armee in den kommenden Jahren auf die wahrscheinlichsten Bedrohungen ausrichten müsse: Cyberangriffe, Angriffe aus der Distanz, Sabotage oder Spionage. Die geplanten Beschaffungen wurden dafür angepasst, die Organisation der Truppe aber blieb die alte. Am Freitag hat die Landesregierung mitgeteilt: Auch die militärischen Strukturen und Einsatzkonzepte werden angepasst. Die Armee soll damit hybriden Bedrohungen begegnen können und von der Ausbildungs- zur Einsatzarmee werden.Der Bundesrat skizziert den Umbau in den neuen «Leitlinien für die Verteidigung». Auf drei Dutzend Seiten beschreibt er die Truppe von morgen. Die vier aktuellen Territorialdivisionen sollen verschwinden, drei Einsatzverbände nachrücken. Sie teilen das Land in Nord/Ost, West und Süd. Die neuen Einheiten sollen flexibel operieren, Zivilbehörden unterstützen und hybride Angriffe und Angriffe aus der Luft abwehren können. Heute fehlt der Armee diese Schlagkraft. Sie könnte im Ernstfall nur wenige kritische Anlagen schützen. Angriffe aus der Distanz erkennt sie zu spät und kann sie auch nicht effektiv abwehren.Der Bundesrat setzt auch auf neue Technologien, etwa im Bereich Drohnen und Robotik. Dafür braucht die Armee mehr Soldaten, die diese Systeme bedienen können. Ein erstes Drohnenbataillon soll «rasch» entstehen. Die Einheit soll Ziele nicht nur aufklären, sondern sie auch bekämpfen können – etwa mit Abfangdrohnen. Später soll ein eigenes Kommando Drohnen und Robotik folgen.Der nun geplante Umbau verlangt auch eine schlankere Struktur. Es wird weniger Stäbe geben, eine kleinere Führungsebene. Das trifft die höchsten Dienstgrade: Brigadiere, Divisionäre und Korpskommandanten. Rund fünfzig dieser höheren Stabsoffiziere zählt die Armee heute. Es werde eine «deutliche Reduktion» geben, heisst es in den Leitlinien den Bundesrates.Passend zum Artikel