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Wer morgens seine Tabletten einnimmt, macht sich normalerweise keine Gedanken über die Wettervorhersage. Dabei kann Hitze verändern, wie Medikamente im Körper wirken, das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen – und sogar die Substanzen selbst unbrauchbar machen. Daran forscht Beate Müller. Sie ist Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin an der Universität zu Köln und Mitglied in der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft.
DIE ZEIT: Frau Müller, warum verändert sich die Wirkung von Medikamenten bei Hitze?
Beate Müller: Das ist ein Nebeneffekt der verschiedenen Kühlmechanismen, die der Körper bei hohen Temperaturen aktiviert. Die Blutgefäße in der Haut und den Extremitäten weiten sich, um über einen vermehrten Blutstrom Wärme nach außen abzugeben. Gleichzeitig kann die Durchblutung anderer Organe abnehmen. Wenn zusätzlich viel Flüssigkeit verloren geht, wird das Blut konzentrierter und das Blutvolumen geringer. Dadurch können Medikamente in höherer Konzentration vorliegen und stärker wirken als unter normalen Bedingungen. Das kann die Belastung für Herz, Nieren und Kreislauf erhöhen.















