Porsche bleibt mit dem 911 Turbo S auf der ÜberholspurDer neue 911 Turbo S zeigt, wie sich Porsche den Spagat zwischen Verbrenner-Tradition und Zeitgeist vorstellt: elektrischer Turbolader, aber kein Verzicht auf den Sound.Michael A. Gotthelf19.06.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenMit dem 911 Turbo S interpretiert Porsche den Hybridantrieb besonders sportlich.PDSeit einigen Monaten ist ein neues Spitzenmodell des deutschen Automobilbauers aus Stuttgart erhältlich. Der Sportwagenhersteller bleibt damit seiner Konkurrenz im Premiumsegment weiterhin um eine Nasenlänge voraus. Wer einen Supersportler mit Alltagsqualitäten sucht, der nicht wie beispielsweise die italienische Konkurrenz im Strassenverkehr gross auffallen soll, ist nach wie vor bei Porsche gut aufgehoben.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der 911 Turbo S verkörpert mit seinem elektrisch betriebenen Turbolader, der bereits im 911 GTS seit über einem Jahr verbaut wird, eine vernünftige Annäherung an den aktuellen Zeitgeist – ohne den bei seinen Kunden ausserordentlich geschätzten Verbrennermotor aufzugeben.Im Vorstand des Stuttgarter Unternehmens wird man sich vermutlich grämen, dass man bei anderen Modellen des Konzerns nicht einen ähnlichen Weg beschritten hat. Das Volumenmodell Macan gibt es nur noch als rein elektrisch betriebenen SUV mit verheerenden Konsequenzen für die Verkaufszahlen.Eine vollelektrische Variante des 911 kommt für Porsche nicht infrage. Der Turbo S reizt die Elektrifizierung für das beliebte Modell maximal aus.PDNeben der Absatzkrise in China und den amerikanischen Importzöllen – Porsche produziert nicht in den USA – ist das Macan-Debakel eine der Hauptursachen für den drastischen Kursverfall der Porsche-Aktie. Sie ist derzeit gemessen am Kurs-Gewinnverhältnis die mit Abstand billigste Aktie an der deutschen Börse; gefolgt vom Papier des Mutterkonzerns auf Platz 2. Soweit kann es kommen, wenn der Staat als grösster VW-Aktionär mit seinen energiepolitischen Ideen ein Unternehmen beeinflusst.Zurück zum 911 Turbo S: Die wichtigsten Kennzahlen sind schnell aufgezählt. 712 PS katapultieren das Coupe in 2,5 Sekunden auf 100 km/h. Der Wert wird auch von anderen, sportlicheren Modellen der 911er Familie nicht unterboten.In der Spitze erreicht der Wagen eine Geschwindigkeit von 320 km/h, was aber in erster Linie Theorie ist, besonders in der Schweiz. Der Preis für das Vergnügen fängt bei 312 000 Franken an. In der Schweiz lässt sich dieser Preis dank dem von Porsche angebotenen Währungsausgleich noch leicht unter die Marke von 300 000 Franken drücken. Dafür erhält man ein relativ gut ausgestattetes Fahrzeug.Schon in der Grundausstattung ist der Porsche 911 Turbo S gut bestückt.PDNatürlich ist die Liste der möglichen Extras lang und teuer, aber auch ohne allzu viele Optionen kommt man gut über die Runden. Einziger Kritikpunkt: Die Farbauswahl ist – selbst wenn man noch einmal extra bezahlen will – etwas beschränkt und konzentriert sich auf diverse Grautöne. Soviel graue Maus muss dann doch nicht sein.Wer gegenwärtig einen 911 Turbo S in der Schweiz bestellen will, braucht allerdings Geduld: Die Lieferfrist liegt je nach bestellter Ausstattung zwischen fünf und acht Monaten.Was uns recht positiv aufgefallen ist – auch im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen, ist das perfekt funktionierende Getriebe. Die Schaltung des PDK (Porsche Doppelkupplung) funktioniert derart perfekt, dass eine weitere Verbesserung kaum mehr möglich erscheint. Die Sitze sorgen nicht nur für Stabilität, sondern auch dafür, dass man selbst bei längeren Fahrten ohne Rückenprobleme aussteigt.Das Doppelkupplungsgetriebe zeigt sich im 911 Turbo S sehr ausgereift.PDDie Beschleunigungswerte sind auch in der Praxis gigantisch. Kaum zu glauben, aber auch da gab es im Vergleich zum nicht gerade langsamen Vorgänger-Modell Fortschritte, die man auch im Alltag – etwa bei kurvenreichen Bergstrecken – deutlich spürt.Aus der Gerüchteküche hören wir übrigens, dass es wahrscheinlich keinen Turbo mehr ohne S geben wird. Der Leistungsabstand zwischen dem 911 GTS und dem 911 Turbo S bietet hierfür keinen Raum mehr, vermutet man.Passend zum Artikel