Der Chemiekonzern Evonik verschärft angesichts der Branchenkrise sein Sparprogramm und baut Tausende von Stellen ab. Insgesamt sollen bis Ende 2029 rund 3200 Arbeitsplätze wegfallen, 2150 davon in Deutschland, kündigte der Essener Konzern am Donnerstag an. Zudem treibt Evonik seinen Umbau voran und steigt 2027 aus dem verlustreichen Polyester-Geschäft aus. Hier werden zusätzlich rund 350 Arbeitsplätze gestrichen.Der Stellenabbau solle sozialverträglich geschehen. „Die weltpolitische Lage ist unsicher und das wirtschaftliche Wachstum ist anhaltend schwach“, begründete Konzernchef Christian Kullmann die Pläne. „Zugleich wird der internationale Wettbewerb immer härter“, fügte er hinzu. „Der Stellenabbau wird auch künftig sozialverträglich gestaltet“, betonte Personalvorstand Thomas Wessel. Details dazu sollen mit den Sozialpartnern ausgearbeitet werden. Evonik will mit aktuell laufenden Sparprogrammen bereits rund 2800 Arbeitsplätze abbauen. Geschäfte mit rund 3500 Beschäftigten an den Standorten Marl und Wesseling wurden im Rahmen des Umbaus abgetrennt und in eine Syneqt genannte 100-prozentige Tochter überführt. Diese könnte verkauft werden. Evonik beschäftigte Ende März etwa 30 600 Menschen, vor Jahresfrist waren es noch mehr als 31 000 gewesen.Der Ausstieg aus dem Polyester-Geschäft trifft die Standorte Witten und Marl sowie Shanghai in China. „Das Polyester-Geschäft zu beenden und die Produktion zu schließen, ist ein wirtschaftlich alternativloser Schritt“, sagte Vorständin Lauren Kjeldsen. Evonik erzielte dort zuletzt einen Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro - und fährt seit Jahren Verluste ein. Mit einem Minus von knapp drei Prozent gehörten die Evonik-Aktien zu den größten Verlierern im MDax.Die deutsche Chemieindustrie steckt in einer der schwersten Krisen der vergangenen 30 Jahre. Schwache Nachfrage, hohe Energiepreise, Preisdruck aus Asien und geopolitische Spannungen setzen der Branche zu. Der Branchenverband VCI warnte gar vor einem Kollaps des drittgrößten Industriezweigs des Landes nach der Automobil- und der Maschinenbaubranche.Ausdruck der schwierigen Lage ist der Stellenabbau, den zahlreiche Firmen angekündigt haben. So will der Spezialchemiekonzern Wacker bis Ende 2027 mehr als 1500 Arbeitsplätze abbauen, den Großteil davon an deutschen Standorten. Beim Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess fallen 550 Stellen weg, rund zwei Drittel davon in Deutschland. Auch Branchenprimus BASF kündigte Ende Mai ein neues Sparprogramm an und streicht weitere Arbeitsplätze. Wie viele Stellen betroffen sein werden, ließ der Vorstand bislang offen. Zwischen Ende 2023 und Ende 2025 sank die Zahl der Beschäftigten bei BASF weltweit bereits um 4800. Zwar sichert eine neue Standortvereinbarung die Arbeitsplätze von rund 33 000 Beschäftigten in Deutschland bis Ende 2028, dennoch wird mit weiterem Personalabbau gerechnet.
Evonik baut jede zehnte Stelle ab
Der Chemiekonzern Evonik verschärft angesichts der Branchenkrise sein Sparprogramm und baut Tausende von Stellen ab. Insgesamt sollen bis Ende 2029 rund 3200 Arbeitsplätze wegfallen, 2150 davon in Deutschland, kündigte der Essener Konzern am Donnerstag an. Zudem treibt Evonik seinen Umbau voran und steigt 2027 aus dem verlustreichen Polyester-Geschäft aus. Hier werden zusätzlich rund 350 Arbeitsplätze gestrichen.Der Stellenabbau solle sozialverträglich geschehen. „Die weltpolitische Lage ist unsicher und das wirtschaftliche Wachstum ist anhaltend schwach“, begründete Konzernchef Christian Kullmann die Pläne. „Zugleich wird der internationale Wettbewerb immer härter“, fügte er hinzu. „Der Stellenabbau wird auch künftig sozialverträglich gestaltet“, betonte Personalvorstand Thomas Wessel. Details dazu sollen mit den Sozialpartnern ausgearbeitet werden. Evonik will mit aktuell laufenden Sparprogrammen bereits rund 2800 Arbeitsplätze abbauen. Geschäfte mit rund 3500 Beschäftigten an den Standorten Marl und Wesseling wurden im Rahmen des Umbaus abgetrennt und in eine Syneqt genannte 100-prozentige Tochter überführt. Diese könnte verkauft werden. Evonik beschäftigte Ende März etwa 30 600 Menschen, vor Jahresfrist waren es noch mehr als 31 000 gewesen.Der Ausstieg aus dem Polyester-Geschäft trifft die Standorte Witten und Marl sowie Shanghai in China. „Das Polyester-Geschäft zu beenden und die Produktion zu schließen, ist ein wirtschaftlich alternativloser Schritt“, sagte Vorständin Lauren Kjeldsen. Evonik erzielte dort zuletzt einen Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro - und fährt seit Jahren Verluste ein. Mit einem Minus von knapp drei Prozent gehörten die Evonik-Aktien zu den größten Verlierern im MDax.Die deutsche Chemieindustrie steckt in einer der schwersten Krisen der vergangenen 30 Jahre. Schwache Nachfrage, hohe Energiepreise, Preisdruck aus Asien und geopolitische Spannungen setzen der Branche zu. Der Branchenverband VCI warnte gar vor einem Kollaps des drittgrößten Industriezweigs des Landes nach der Automobil- und der Maschinenbaubranche.Ausdruck der schwierigen Lage ist der Stellenabbau, den zahlreiche Firmen angekündigt haben. So will der Spezialchemiekonzern Wacker bis Ende 2027 mehr als 1500 Arbeitsplätze abbauen, den Großteil davon an deutschen Standorten. Beim Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess fallen 550 Stellen weg, rund zwei Drittel davon in Deutschland. Auch Branchenprimus BASF kündigte Ende Mai ein neues Sparprogramm an und streicht weitere Arbeitsplätze. Wie viele Stellen betroffen sein werden, ließ der Vorstand bislang offen. Zwischen Ende 2023 und Ende 2025 sank die Zahl der Beschäftigten bei BASF weltweit bereits um 4800. Zwar sichert eine neue Standortvereinbarung die Arbeitsplätze von rund 33 000 Beschäftigten in Deutschland bis Ende 2028, dennoch wird mit weiterem Personalabbau gerechnet.








