PfadnavigationHomePanorama„Modest Fashion“„Auf Christentum trampelt man rum, vor Islam kuscht man“ – Politiker fassungslos über ARD-BeitragVeröffentlicht am 18.06.2026Lesedauer: 5 MinutenDie CSU hat einen Bericht des BR über einen scharia-konformen Modeladen in Nürnberg hart kritisiert.

Der ARD-Sender hatte die Vollverschleierung als allgemeinen Modetrend bezeichnet. CSU-Generalsekretär Huber nannte den Beitrag „völlig inakzeptabel“.Ein Nürnberger Modeshop, der Vergleich zwischen Frauen und Handyhüllen – und der Bayerische Rundfunk (BR), der seinen TV-Beitrag verteidigt. Was als kurzer Lokalbericht begann, ist längst zur bundesweiten Debatte geworden.Es sollte ein bunter Lokalbericht sein, doch nun sorgt ein TV-Beitrag des Bayerischen Rundfunks (BR) schon tagelang für Schlagzeilen. Zu sehen ist in dem Clip vom 10. Juni (aus der Sendung „Stationen“, noch abrufbar in der ARD-Mediathek) ein Modegeschäft in Nürnberg, das von der Muslima Selda Dastan geführt wird.Die Besonderheit: Dort gibt es auch „verhüllende“ Mode zu kaufen, mit der sich Frauen „bedeckt“ kleiden könnten, so die Betreiberin, die selbst Hijab trägt. Die Reporter des Rundfunks führen weiter aus, dass dies durchaus einen Trend bediene: „Weltweit wächst der Markt für ,Modest Fashion‘. Für manche ist sie Ausdruck des Glaubens, für andere ein Zeichen von Selbstbewusstsein und persönlichem Stil“, heißt es in der Mediathek. „Modest“ steht im englischen Original für „bescheiden“, aber eben auch für die Worte „züchtig“ und „sittsam“.Für besondere Empörung in den sozialen Netzwerken wie etwa X – aber auch bei WELT-Kolumnistin Anna Schneider – sorgte dann noch eine Einordnung des Ehemanns der Ladenbesitzerin: Ahmed Dastan verglich in seiner Wortmeldung nämlich Frauen mit Smartphones. Diese schütze man doch auch mit einer Hülle vor Schaden. „Was wichtig ist, muss auch geschützt werden“, sagt er. „Eine Frau ist auch sehr wichtig, mit allen Körperteilen. Sie sollte kein Objekt für andere Männer sein.“ Weiter führt Dastan dann aus, dass das gemeinsame Geschäft mittlerweile gut laufe. Erst habe es zwar lokale Vorbehalte gegeben, erklärt er den Reportern. „Aber das hat sich mit der Zeit gebessert. Wir haben Kundschaft aus aller Welt. Türken, Russen, Deutsche, Araber … alles Mögliche eigentlich. Und das freut uns sehr.“„Völlig inakzeptabel“ findet es der CSU-GeneralsekretärIn der „Bild“-Zeitung meldet sich nach einer tagelang schwelenden Social-Media-Debatte mit CSU-Generalsekretär Martin Huber nun auch erstmals ein Politiker zu Wort: „Wer Frauen mit Handyhüllen vergleicht, das Tragen von Kopftüchern und Burkas als feministisch beschreibt, degradiert Frauen zu Objekten und verkennt die Lebenswirklichkeit von Frauen in vielen Teilen der Welt“, sagte er dem Blatt. Er forderte den Sender und die ARD zu einer zeitnahen Reaktion auf: „Dass solche Aussagen in einem öffentlich-rechtlichen Beitrag unkommentiert stehen bleiben, ist völlig inakzeptabel.“Huber stößt sich laut „Bild“ auch an anderen redaktionellen Behauptungen, die in dem BR-TV-Beitrag getroffen werden. „Geprägt wurde diese Bewegung (“Modest Fashion“, d. Red.) von muslimischen und jüdischen Designerinnen. Heute sprechen die Kollektionen auch Frauen an, die Mode als Zeichen ihres Selbstbewusstseins sehen.“ Auch Aussagen wie diese kann der CSU-Politiker nicht verstehen: „Während Frauen im Iran und in Afghanistan für ein falsch getragenes Kopftuch brutalst bestraft werden, wird hier ein Symbol der Unterdrückung romantisiert. Und das bezahlt mit unseren Beiträgen.“Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger sagte gegenüber WELT TV: „Es kann im Prinzip jeder anziehen, was er will. Aber wir sehen leider Gottes, dass ein sozialer Druck aufgebaut wird auf Menschen, die sich etwas freizügiger kleiden.“ Er wolle das „Stadtbild“ nicht von Islamgedanken geprägt sehen. „Dass jede Dame, die eine kurze Hose anhat, schief angeschaut wird. Und irgendwann dann unter dem sozialen Druck sich auch verhüllen muss – bis hin zur Ganzkörperverhüllung.“ Da stecke „knallhartes Gedankengut“ dahinter, das am Ende sage: „Frauen gehören unter die Kutte, und am besten nicht mehr auf die Straße.“ Lesen Sie auchDie Frage, ob es sich bei dem BR-Beitrag um „Aktivismus“ handele, bejahte Aiwanger und ergänzte: „In meinen Augen ist das eine Agenda, genauso wie das ZDF vor kurzem einen unsäglichen Beitrag über Fronleichnam gebracht hat.“ Bei ähnlichen Beleidigungen über den Islam „würden die zurücktreten, aber hier lächelt man alles weg. Auf dem Christentum kann man rumtrampeln, vor dem Islam kuscht man und macht sogar Werbung dafür. Das geht so nicht.Frauen sind doch keine Handyhüllen, schreiben X-NutzerDer Bayerische Rundfunk (BR) hat seinen Beitrag mittlerweile verteidigt. „(...) Modest Fashion“ sei bereits „seit Jahren ein international beachteter Modetrend, über den zahlreiche Medien berichtet haben“, teilt eine Sprecherin auf Nachfrage des Münchner „Merkur“ mit. Die Bewegung habe ihre Wurzeln in muslimischen, jüdischen und christlich-orthodoxen Gemeinschaften, richte sich heute jedoch längst auch an nichtreligiöse Kundinnen. In der Debatte auf X drückten dennoch zahlreiche Nutzer ihr Unverständnis aus. Unter ihnen ist auch die Ethnologin Susanne Schröter. „Der Bayerische Rundfunk (BR) produziert einen Beitrag über islamische Verhüllung, die sogenannte ,Modest Fashion‘. Sie ist kein harmloser Modetrend, sondern zeigt das Vordringen einer islamistischen Ideologie, die von Frauen verlangt, alles zu bedecken, was bei einem Mann Begehren auslösen könnte“, schreibt die emeritierte Hochschulprofessorin. Und weiter: „Sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen sind dieser Ideologie zufolge das Problem der Frauen, die es an Züchtigkeit mangeln lassen. In einer Zeit, in der es 39 Vergewaltigungen und zwei Gruppenvergewaltigungen pro Tag in Deutschland gibt, ist die Verharmlosung der patriarchal-islamistischen Ideologie, an der sich der BR beteiligt, ein Schlag ins Gesicht jeder Frau, die ihr Grundrecht der Gleichberechtigung wahrnehmen will und deshalb auch ein Recht hat, in der Öffentlichkeit nicht belästigt zu werden.“Andere Nutzer regten sich bei X insbesondere über den Vergleich mit der Handyhülle auf. „Was ist das bitte für ein Menschenbild? Eine Frau ist kein Smartphone. Kein Besitzgegenstand. Kein empfindliches Gerät, das man einpackt, damit kein anderer Mann daraufschaut. Eine Frau ist ein freier Mensch. Punkt. (...).“ krott